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Andachten im Gedenken
an verstorbene Kinder

 

Westdeutschland. Jährlich am zweiten Sonntag im Dezember sind Menschen rund um die Welt aufgerufen, verstorbener Kinder zu gedenken und für sie ein Licht anzuzünden. In einigen Bezirken in Westdeutschland gab es Andachten zu diesem Gedenktag.

Mitten im Advent und schon in gewissem Abstand von den Gedenktagen im November erleuchten Tausende von Kerzenlichtern die Fenster in Häusern weltweit. Es geht um das Gedenken an Sternenkinder, Kinder, die vor der Geburt oder kurz danach verstarben.

In Euskirchen (Bezirk Bonn), Kaiserslautern (Bezirk Rheinpfalz), Lünen (Bezirk Dortmund) und Saar (Bezirk Saar-Pfalz) fanden am Sonntag, dem 10. Dezember 2023 Andachten statt, die sich in unterschiedlicher Weise mit diesem Thema beschäftigten.

Stern, auf den ich schaue

In Euskirchen hatte die katholische Kirchengemeinde St. Matthias zu dieser Gedenkfeier eingeladen. Evangelische, katholische und neuapostolische Seelsorgerinnen und Seelsorger hatten die ökumenische Feier vorbereitet und unter der Überschrift „Stern, auf den ich schaue“ dazu eingeladen.

Nach der Andacht bestand im benachbarten Forum der Kirchengemeinde Gelegenheit zu Gesprächen.

Zeit für Stille

Seit 2018 finden in Kaiserslautern Andachten für Sternenkinder statt. Inhaltlich vorbereitet werden sie durch die im Bezirk Rheinpfalz tätigen Trauerbegleiterinnen und Trauerbegleiter.

In diesem Jahr eröffnete der zuständige Bezirksvorsteher, Bezirksältester Stefan Weber, die Feierstunde mit Gebet und einleitenden Worten. Verschiedene einfühlsam vorgetragene Texte und musikalische Beiträge prägten die Andacht.

Eine Zeit der Stille gab Raum, in sich selbst hineinzuhorchen und seinen Gedanken freien Lauf zu lassen, während im Kirchensaal und am Altar Kerzen entzündet wurden.

In einem gemeinsam gesungenen Schlusslied gedachte die Gemeinde der verstorbenen Sternenkinder und verband damit auch die Hoffnung auf Trost und Licht in der Welt.

In dir geborgen sein

Bereits seit zehn Jahren findet im Stadtgebiet Lünen für Familienangehörige, Freunde und Menschen, die sich verbunden fühlen, eine ökumenische Andacht zum Gedenken an verstorbene Kinder statt – in diesem Jahr zum ersten Mal in der Neuapostolischen Kirche in Lünen.

„Ich will dich nicht verlassen und nicht von dir weichen“ (Hebräer 13.5) lautete der Bibeltext, der dieser Andacht zugrunde lag. In solcher Gewissheit lasse sich Geborgenheit in Gott entwickeln, so der Grundgedanke in der Andacht. Geborgenheit bedeute nicht, verschont zu werden von Kummer, Sorgen, Ängsten und Leid, sich aber der liebenden Gegenwart Gottes bewusst zu sein.

Einladung zum anschließenden Gespräch

Gebete, Auslegung zum Thema, Fürbitten und Musik gaben der Feier eine besondere Note. Beim Entzünden der Kerzen konnten kleine Engelflügel aus Papier mit den Namen des verstorbenen Kindes beschriftet und inmitten des Raumes abgelegt werden. Das gemeinsam gesungene Lied „Der mich sieht“ rundete die Andacht ab.

Gern nahmen die über 20 Teilnehmer die Einladung zum Gespräch und zur Begegnung bei Gebäck, Kaffee und Tee an.

Sterne und Licht

In der Gemeinde Saar hatten sich etwa 60 Teilnehmer eingefunden, weitere 60 Teilnehmer waren über eine Video-Übertragung zugeschaltet. Mit dem Lied "Wenn der Heiland" und einem Gebet des Gemeindevorstehers begann die Andacht.

„Sterne und Licht“ war das Leitmotiv vieler Beiträge. So wurden unter anderem die Gedichte "Kerzenlicht" und "Sternenglanz" vorgetragen und die musikalischen Beiträge orientierten sich an diesem Bild, das auch visuell umgesetzt wurde: Während des Entzündens der Kerzen wurden Sterne unter die Decke des Kirchenschiffs projiziert.

Die Andacht in Saar endete mit dem Vortrag von Fürbitten für die Sternenkinder selbst und für alle, die um den so frühen Verlust eines Kindes trauern.

Worldwide Candle Lighting

Seit vielen Jahren werden weltweit am zweiten Sonntag im Dezember um 19 Uhr Kerzen entzündet im Gedenken an verstorbene Kinder. Erlöschen die Kerzen in der einen Zeitzone, werden sie in der nächsten entzündet; so geht für 24 Stunden eine Lichterwelle um den ganzen Globus.
Die Initiative "Worldwide Candle Lightning" (Weltweites Kerzenleuchten) unterstützt diesen Weltgedenktag. Die Idee zu solch einem Gedenken geht laut Wikipedia auf eine Vereinigung verwaister Eltern und ihrer Angehörigen in den USA, zurück, die diese Initiative 1996 ins Leben riefen.

Neben dem besonderen Gedanken an die sogenannten Sternenkinder, gilt der Weltgedenktag allen verstorbenen Kindern.

27. Dezember 2023
Text: Günter Lohsträter
Fotos: Neuapostolische Kirche Westdeutschland

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