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Erntedanktag in Kaiserslautern:
Dankbarkeit, Abschied und Aufbruch

 

Kaiserslautern. Am Erntedanksonntag, dem 5. Oktober 2025, besuchte Bezirksapostel Pöschel die Gemeinde Kaiserslautern im Bezirk Rheinpfalz. Der Gottesdienst stand im Zeichen des Dankes und wurde begleitet von vier Ruhesetzungen sowie der Gründung des neuen Gemeindeverbunds Kaiserslautern-Kusel-Grumbach.

Grundlage des Erntedankgottesdienstes in allen neuapostolischen Gemeinden war das Bibelwort aus Kolosser 3,17: „Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus, und dankt Gott dem Vater durch ihn.“

In der Predigt in Kaiserslautern hob Bezirksapostel Pöschel hervor, dass der Erntedanktag dazu einlade, sich die eigene Haltung zu vergegenwärtigen: „Dankbarkeit beginnt im Herzen.“ Dank sei nicht von äußeren Umständen abhängig, sondern Ausdruck einer bewussten Entscheidung. „Wer im Namen Jesu handelt, trägt Verantwortung – für sein Tun, für sein Wort, für seine Wirkung.“

Dankbarkeit als Kraftquelle

Der Bezirksapostel warb dafür, das Handeln aus dem Geist Jesu zur Richtschnur zu machen. „Wir leben in einer Zeit, in der vieles selbstverständlich erscheint. Doch wir haben Grund genug, Gott täglich zu danken – für Versorgung, Bewahrung und Hoffnung.“

Der Dank sei dabei kein isolierter Akt, sondern stehe in Verbindung zum Tun: „Reden wir gut, handeln wir hilfreich, danken wir aufrichtig – dann wird Christus sichtbar in unserer Welt.“

Vier Seelsorger in den Ruhestand verabschiedet

Ein besonderer Moment war die Ruhesetzung von vier langjährigen Amtsträgern, darunter Bezirksevangelist Reiner Poh (66). Bezirksapostel Pöschel dankte den Seelsorgern im Namen des Apostolats und der Gemeindemitglieder. Dabei unterstrich er die geistliche Haltung und die gelebte Liebe zu Gott und den Anvertrauten, die alle vier Amtsträger über viele Jahre ausgezeichnet habe.

Zudem erinnerte er an ihre Tätigkeiten in seelsorgerischer Verantwortung, insbesondere an die Begleitung von Gemeindemitgliedern in verschiedensten Lebenslagen – in Freude wie im Leid. Die vier Männer gingen, so der Bezirksapostel, als „treue Zeugen für ihren Herrn und Meister“ in den Ruhestand.

Bezirksevangelist Poh empfing seinen ersten Amtsauftrag als Diakon im Jahr 1982. Seit 1996 dient er als Bezirksevangelist. In der Zeit war er insgesamt knapp sechs Jahre als Vorsteher der Gemeinden Schifferstadt und Oggersheim beauftragt. Außerdem wirkte er als Jugendleiter auf Gemeinde- und Bezirksebene.

Neben dem Bezirksevangelisten verabschiedete der Bezirksapostel Evangelist Armin Borger (68), Vorsteher der Gemeinden Kusel und Grumbach sowie zwei Priester in den Ruhestand.

Beauftragung zum Gemeindeverbund

Im Anschluss an die Ruhesetzungen kamen die aktiven Geistlichen der Gemeinden Kaiserslautern, Kusel und Grumbach an den Altar. Der Bezirksapostel beauftragte sie, künftig im neuen Gemeindeverbund Kaiserslautern-Kusel-Grumbach zusammenzuwirken.

Die Einführung der neuen Struktur sei, so der Bezirksapostel, kein bloßer Verwaltungsakt, sondern ein geistlicher Schritt. Die betroffenen Geistlichen rief er dazu auf, die neue Größe der Gemeinde nicht als Belastung zu sehen, sondern als Chance zur gelebten Gemeinschaft. Prägen solle die Geistlichen die Haltung einer Rebekka – also das liebevolle Mehr-Tun, so sein Wunsch.

Der Bezirksapostel ermutigte auch die Gemeindemitglieder, offen aufeinander zuzugehen und die teils unterschiedlichen Gemeindekulturen wertzuschätzen: „Es ist immer am schönsten, wenn man als Erstes lernt, wie andere fühlen, wie andere denken, wie Gemeinde funktioniert hat.“

Gemeindeverbund mit Leitungstrio

Neben der Beauftragung der Geistlichen für die Gemeinde wurde auch die neue Gemeindeleitung des Verbunds offiziell eingesetzt: Bezirksevangelist Christian Littek als neuer Vorsteher des Gemeindeverbunds und Timo Weber als neuer Gemeindevorstehervertreter. Priester Markus Edinger war bereits als Vorstehervertreter ernannt und wurde zuvor mit den anderen Geistlichen bestätigt.

In seiner Ansprache betonte Bezirksapostel Pöschel, dass geistliche Leitung nicht Uniformität bedeute, sondern Offenheit für die Vielfalt der Gaben und Menschen. Die Zusammenarbeit im Leitungsteam solle von gegenseitigem Vertrauen und Klarheit geprägt sein.

Bezirksevangelist Littek und Priester Weber bekannten sich vor der Gemeinde zu ihrem Auftrag und empfingen im anschließenden Gebet den Segen für ihren Dienst. Der Bezirksapostel wünschte ihnen „Amtslust statt Amtsbürde“ und rief dazu auf, gemeinsam mit den Geistlichen und Gemeindemitgliedern ein neues Kapitel aufzuschlagen.

Übertragung in weitere Gemeinden

Der Gottesdienst wurde live in mehrere Gemeinden des Bezirks übertragen. Die Gläubigen aus den betroffenen Gemeinden verfolgten den Gottesdienst vor Ort. Musikalisch gestaltet wurde die Feier durch einen Chor aus Sängerinnen und Sängern des Bezirks Rheinpfalz.

Nachmittags fand in der Kirche in Kaiserslautern noch ein Konzert des Kammerchor Rheinpfalz unter Leitung von Dieter Hauß statt. Am Tag zuvor hatte der Bezirksapostel an dem Konzert des Chors in der Neuapostolischen Kirche Worms teilgenommen.

10. Oktober 2025
Text: Frank Schuldt
Fotos: Wolfgang Eicher

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