Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Westdeutschland/Dortmund. Die in den letzten Monaten neu beauftragten Gemeindevorsteher und ernannten Vorstehervertreter waren für Freitag, den 14. November 2025 in die Kirchenverwaltung eingeladen. Erstmals waren auch Priesterinnen mit dabei.
403 Gemeinden zählt die Neuapostolische Kirche Westdeutschland. Sie werden von ehrenamtlich tätigen Gemeindevorstehern geleitet. Über 30 in den letzten Monaten neu beauftragte Vorsteher und neu ernannte Vorstehervertreter kamen zum diesjährigen Einführungsseminar in die Dortmunder Kirchenverwaltung.
Dabei ging es zum einen darum, die Ansprechpartner der Kirchenverwaltung kennenzulernen, zum anderen erhielten die Vorsteher grundlegende Hinweise rund um ihre ehrenamtliche Tätigkeit. Erstmals nahmen nach der Einführung der Frauenordination auch drei Amtsträgerinnen teil: Eine Gemeindevorsteherin und zwei Vertreterinnen örtlicher Gemeindevorsteher.
Begrüßung durch Bezirksapostel
Bezirksapostel Stefan Pöschel, Leiter der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland, begrüßte die leitenden Seelsorger um 14 Uhr im Konferenzbereich der Kirchenverwaltung mit einem Gebet, einem kurzen geistlichen Teil sowie einigen Hinweisen zu ihrer Tätigkeit. Dabei rief er dazu auf, Menschen unabhängig von deren äußeren Erscheinung oder Herkunft mit Offenheit zu begegnen.
Als Grundlage seiner Gedanken zitierte er das Bibelwort aus Jakobus 2,1–4, das vor dem Ansehen der Person warnt: „Meine Brüder und Schwestern, haltet den Glauben an Jesus Christus, unsern Herrn der Herrlichkeit, frei von allem Ansehen der Person. Denn wenn in eure Versammlung ein Mann kommt mit einem goldenen Ring und in herrlicher Kleidung, es kommt aber auch ein Armer in unsauberer Kleidung, und ihr seht auf den, der herrlich gekleidet ist, und sprecht zu ihm: Setz du dich hierher auf den guten Platz!, und sprecht zu dem Armen: Stell du dich dorthin!, oder: Setz dich unten zu meinen Füßen!, macht ihr dann nicht Unterschiede unter euch und urteilt mit bösen Gedanken?“
Gleichbehandlung als Führungsprinzip
In den Ausführungen betonte der Bezirksapostel, dass Gott keine Unterschiede mache – und dies gelte auch für die Verantwortlichen in der Kirche. Jeder Mensch verdiene Wertschätzung, unabhängig von Kleidung, Verhalten oder Biografie. Diese Haltung müsse Grundlage für jede Gemeindeführung sein.
Ein weiterer Aspekt seiner Ansprache war, das menschliche Verhalten unbewusst zu kategorisieren. Sympathie und Antipathie seien zwar weit verbreitet, jedoch keine biblischen Maßstäbe. Der Bezirksapostel erinnerte an Situationen, in denen Reaktionen auf bestimmte Namen oder Persönlichkeiten spontan ausfielen – gerade dann sei es wichtig, sich an Jesus Christus zu orientieren.
Vorurteile vermeiden
Wer neu in einer Gemeinde sei, solle sich nicht auf Hinweise oder Bewertungen anderer verlassen, sondern sich ein eigenes Bild machen, so Bezirksapostel Pöschel. Jeder Mensch sei von Gott angenommen – mit all seinen Stärken, Schwächen und seiner Geschichte. Persönliche Eindrücke müssten bewusst reflektiert werden.
Zur Untermauerung seiner Gedanken zitierte der Bezirksapostel das Bibelwort aus Psalm 8,6: „Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt.“ Jeder Mensch sei ein Teil göttlicher Herrlichkeit. Auch in Philipper 2,3–4 werde eine Grundhaltung beschrieben, die für Amtsträger wie für alle Gläubigen gelte: Demut, Rücksicht und das Zurückstellen eigener Interessen.
Dienen beginnt mit einer Haltung
Die symbolische Handlung des Kniefalls bei einer Ordination sei für ihn Ausdruck dieser Haltung – nicht nur vor Gott, sondern inmitten der Gemeinde. Diese Bereitschaft zum Dienen solle das Handeln in den Gemeinden prägen. Der Bezirksapostel ermutigte die Zuhörenden, ihre Aufgaben aus dieser Grundhaltung heraus wahrzunehmen.
Führung durch die Kirchenverwaltung
Im Anschluss lernten die Vorsteher die Abteilungen der Kirchenverwaltung und die zuständigen Mitarbeiter kennen. Dabei erfuhren sie auch mehr über aktuelle Projekte wie die Weiterentwicklung der Informationsplattform ELIAS.
Im weiteren Verlauf ging es in Vorträgen um die Themen Öffentlichkeitsarbeit und Ökumene sowie rechtliche Aspekte der Gemeindeleitung. Apostel René Follmann warb für die Fortbildungsangebote der Kirche und Bischof Manfred Bruns sowie Bezirksältester Sascha Tümmler (beide Referat Seelsorge) stellte die kirchlichen Kommunikationsportale vor. Zudem beantworteten sie Fragen der Teilnehmer.
18. November 2025
Text:
Frank Schuldt
Fotos:
Frank Schuldt
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