Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Iserlohn. Die Seniorennachmittage am zweiten Dienstag eines Monats sind ein fester Termin im Jahreskalender vieler älterer Gemeindemitglieder. Doch der November-Termin 2025 wurde für die Senioren dreier Gemeinden im Bezirk Iserlohn zu einem besonderen Ereignis.
Zum Seniorennachmittag am 11. November 2025 in der Gemeinde Arnsberg-Neheim-Hüsten hatte sich Bezirksapostel Stefan Pöschel angekündigt. Neben den Gastgebern waren auch Senioren der Gemeinden Arnsberg und Sundern eingeladen.
Bereits in der letzten Sitzung der KG-Seniorenseelsorge hatte der Bezirksapostel den Wunsch geäußert, einmal persönlich an einem solchen Treffen teilzunehmen. Der Bezirksseniorenbegleiter des Bezirks Iserlohn, Hirte i.R. Siegfried Heinrich, griff diese Anregung auf und lud ihn ein.
Martinsbrezel zum Kaffee
„Bitte keinen Aufwand betreiben – ich komme einfach in eure Mitte, und wir unterhalten uns schön miteinander“, hatte der Bezirksapostel seinen Besuch angekündigt. Und mit Augenzwinkern ergänzte er: „Und dabei vergessen wir nicht, Kaffee zu trinken und Torte zu essen.“
Ute Knoppe, die gemeinsam mit Siegfried Heinrich die Seniorengruppe im Bezirk betreut, hatte die Kaffeetafel liebevoll dekoriert. Auf jedem Teller lag ein mit reichlich Hagelzucker bestreuter Martinsbrezel. Zudem hatten die Senioren Kuchen und belegte Schnittchen mitgebracht.
Überrascht zeigte sich der Bezirksapostel über die Brezeln und bemerkte schmunzelnd, er habe damit nicht gerechnet.
Seine Glaubensgeschwister erklärten ihm daraufhin, dass der nördliche Teil des Sauerlandes historisch unter dem Einfluss der märkischen Grafschaft stand und durch die Reformation geprägt wurde. Daher feiere man in dieser Region am 11. November traditionell das Sankt-Martins-Fest, zu dem auch Martinsbrezeln gehören.
Dies und das
Zweieinhalb Stunden nahm sich der Bezirksapostel Zeit, um Antworten auf ganz unterschiedliche Fragen der Senioren zu geben, in Erinnerungen zu schwelgen und auch einen Blick in die hoffnungsfrohe Zukunft der Gläubigen zu werfen.
Eine der Fragen lautete, was ein Lead-Apostel sei (zuletzt wurde ein Lead-Apostle für Nordwestafrika ernannt). Seine Aufgabe sei, so erklärte der Bezirksapostel, die kirchliche Arbeit in den ihnen zugewiesenen Ländern zu koordinieren, wobei sie eng mit den weiteren Aposteln vor Ort zusammenarbeiten. Das sei besonders bei der großen Anzahl von Aposteln in den afrikanischen Gebieten hilfreich und fördere die Abstimmung mit dem Bezirksapostel. Sie seien seine engen Ansprechpartner in den jeweiligen Ländern.
Die neuapostolische Welt in Afrika
Die Antwort führte zu Betrachtungen über die anders geprägte neuapostolische Welt in den von ihm betreuten Gebieten in Afrika. Einige Fakten des Bezirksapostels riefen Erstaunen hervor, beispielsweise, dass von 2.000 Gemeinden in Westafrika gerade knapp 50 ein eigenes Gotteshaus hätten.
Von der Verfolgung von Christen in einigen Regionen, die Leib und Leben bedrohte und zur Flucht ganzer Gemeinden führte, berichtete der Bezirksapostel ebenso wie von einem Bischof, der trotz örtlicher Risiken für das eigene Leben getreulich seinem Auftrag folgte: „Die Zurückbleibenden brauchen mich doch.“
Mit dir, o Herr, verbunden
Aufmunternde Wünsche bis zur Vollendung ihres 100. Lebensjahres richtete der Bezirksapostel an die älteste Teilnehmerin der Seniorenrunde. „Noch ein halbes Jahr, dann ist es so weit – das schaffen Sie noch“, wandte er sich liebevoll an die Seniorin.
Das gemeinsam gesungene Lied „Mit dir, o Herr, verbunden, fühl ich mich nie allein“ fasste den Verlauf der Gespräche treffend zusammen.
Nach dem Schlussgebet, das wie schon das Eingangsgebet ein durch Krankheit verhindertes Ehepaar aus dem Seniorenkreis per Handy mitbeten konnte, gab es noch ein Gruppenfoto, bevor sich der Bezirksapostel von allen persönlich verabschiedete.
13. Dezember 2025
Text:
Günter Lohsträter
Fotos:
Günter Lohsträter
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