Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Wiesbaden. Bezirksapostel Pöschel entlastete Bischof Matthias Schäfer am Mittwoch, 11. März 2026, von seiner Aufgabe als Bezirksvorsteher des Kirchenbezirks Wiesbaden. Zu seinem Nachfolger beauftragte er Bezirksevangelist Hans-Dieter Laux. Zudem ernannte der Bezirksapostel Priester Patrick Lanners zum stellvertretenden Bezirksvorsteher.
Der Gottesdienst in der Gemeinde Wiesbaden stand im Zeichen eines Leitungswechsels im Kirchenbezirk. Mehr als drei Monate führte Bischof Matthias Schäfer die Verantwortung für den Bezirk zusätzlich zu seinem neuen Auftrag als Bischof weiter. Insgesamt war er viereinhalb Jahre als Bezirksleiter für Wiesbaden tätig. Nun übergab er die Leitung an seinen Nachfolger.
Ein göttlicher Ruf
Bei der Ansprache zur Beauftragung wandte sich Bezirksapostel Stefan Pöschel an den neuen Bezirksvorsteher Bezirksevangelist Hans-Dieter Laux und seinen Stellvertreter Priester Patrick Lanners. Er machte deutlich, dass Leitungsaufgaben in der Kirche nicht aus organisatorischen Überlegungen entstehen, sondern aus einem geistlichen Auftrag. „Was uns heute hier am Altar zusammenbringt, ist nicht ein Zufallsprinzip oder eine Personalrochade – es ist der Blick Gottes in eure Herzen“, sagte der Bezirksapostel und stellte damit den Gedanken des göttlichen Rufes in den Mittelpunkt.
Mit Blick auf die kommende Verantwortung ermutigte er die beiden, ihre Aufgabe mit Zuversicht und innerer Freude anzunehmen. Leitung bedeute in erster Linie Dienst an den Menschen. Entscheidend sei eine positive Haltung zur Kirche und zu den Gemeinden im Bezirk. Der Bezirksapostel wünschte ihnen, dass sie trotz zusätzlicher Aufgaben vorwiegend Freude in ihrem Dienst erleben und gemeinsam mit den Gemeinden nach vorn schauen.
Dank für „Teamarbeit“
Gleichzeitig dankte er Bischof Matthias Schäfer für seinen Einsatz in der Leitung des Kirchenbezirks. In den vergangenen Jahren habe dieser den Bezirk mit großem Engagement geführt und dabei stets auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern in der Bezirksleitung gesetzt. Der Bezirksapostel würdigte insbesondere die seelsorgerische Nähe zu den Gemeinden und die gute Teamarbeit, die den Bezirk geprägt habe.
Erfahrene Seelsorger in der neuen Bezirksleitung
Der neue Bezirksvorsteher Hans-Dieter Laux (63) stammt gebürtig aus Wiesbaden und dient seit 1984 als Amtsträger in der Neuapostolischen Kirche. Seit 2014 dient er als Bezirksevangelist und unterstützte die Bezirksleitung. Zusätzlich leitete er von 2018 bis 2023 die Gemeinde Wiesbaden als Vorsteher.
Zum stellvertretenden Bezirksvorsteher ernannte der Bezirksapostel per Handschlag und Gebet Priester Patrick Lanners (54). Er wurde 2001 in der Gemeinde Taunusstein zum Diakon und 2004 zum Priester ordiniert. Seit 2021 ist er Vorsteher der Gemeinde.
Ein neues Herz als Grundlage des Glaubens
Grundlage der Predigt war das Bibelwort aus Hesekiel 11,19–20: „Und ich will ihnen ein anderes Herz geben und einen neuen Geist in sie geben und will das steinerne Herz wegnehmen aus ihrem Leibe und ihnen ein fleischernes Herz geben, damit sie in meinen Geboten wandeln und meine Ordnungen halten und danach tun. Und sie sollen mein Volk sein und ich will ihr Gott sein.“
Ausgehend vom Bibelwort stellte der Bezirksapostel das Bild des „neuen Herzens“ in den Mittelpunkt. Gott nehme das erstarrte Herz hinweg und schenke ein lebendiges Herz, das empfinde und sich neu auf ihn ausrichte.
Dabei spannte er einen Bogen von der Zeit des Propheten Hesekiel im babylonischen Exil bis in die Gegenwart. Hesekiel erinnerte das Volk daran, dass Gott trotz aller Umstände an seinem Bund festhält.
Christlicher Glaube ist lebendige Beziehung zu Gott
Diese Erneuerung stehe auch im Zusammenhang mit der Botschaft Jesu Christi. Der Bezirksapostel erinnerte an die Begegnung Jesu mit Nikodemus, in der von der Notwendigkeit einer neuen Geburt aus Wasser und Geist gesprochen wird. Damit werde deutlich, dass der christliche Glaube über Traditionen hinausgehe und eine lebendige Beziehung zu Gott eröffne.
Ein neues Herz zeige sich nach seinen Worten im Vertrauen auf Gottes Führung, im Glauben an seine Wirksamkeit, in der Liebe zum Mitmenschen sowie in einer Haltung der Demut. Christsein sei deshalb kein bloßes Festhalten an Überlieferungen, sondern ein lebendiger Glaube, der aus der Verbindung mit Christus Kraft schöpfe.
Ordinationen im Gottesdienst
Im weiteren Verlauf des Gottesdienstes ordinierte der Bezirksapostel zwei Diakoninnen und eine Priesterin für Gemeinden im Bereich des Kirchenbezirks Wiesbaden. In seiner Ansprache machte er deutlich, dass der Ruf Gottes mehr sei als die Übertragung einer Aufgabe. Entscheidend sei die Bereitschaft, sich von Gott in den Dienst stellen zu lassen und Verantwortung für andere Menschen zu übernehmen.
Gottes Blick richte sich dabei nicht zuerst auf Fähigkeiten oder äußere Voraussetzungen, sondern auf das Herz des Menschen. Aus dieser Verbindung zu Gott könne die Kraft entstehen, den Dienst in der Gemeinde mit Freude und Ausdauer auszuüben.
Am Ende des Gottesdienstes gab der Bezirksapostel zudem einen Ausblick auf eine weitere Veränderung im Bezirk: In der Gemeinde Taunusstein wird ein Vorsteherwechsel vorbereitet. Zunächst soll dort Priester Johannes Herber als stellvertretender Gemeindevorsteher eingesetzt werden, der im Laufe des Jahres die Leitung der Gemeinde übernehmen wird.
18. März 2026
Text:
Frank Schuldt
Fotos:
Thomas Brunschede
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