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Stammapostel Mutschler

Stammapostel Mutschler in Hanau:
Gott bleibt – auch in der Krise

 

Westdeutschland/Hanau. Stammapostel Mutschler hielt am Sonntag, 16. August 2026, im Kirchenbezirk Offenbach seinen ersten Gottesdienst in der Gebietskirche Westdeutschland seit seiner Ordination zum Stammapostel. Im Mittelpunkt stand die Zusage, dass Gott auch in Krisen und schwierigen Lebensphasen beim Menschen bleibt. Daraus leitete der Stammapostel konkrete Konsequenzen für den Umgang mit anderen ab.

Der Gottesdienst mit Stammapostel Helge Mutschler fand im Congress Park Hanau statt. Grundlage für die Predigt war das Bibelwort aus Psalm 73,23–24: „Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an.“

„Der Psalmist kriegt die Krise“

Stammapostel Mutschler nahm die Zuhörer zunächst mit in die Situation des Psalmdichters Asaf. Er zeichnete nach, mit welchen Gedanken und Gefühlen dieser auf sein eigenes Leben und auf die Menschen um ihn herum blickte. Asaf sah Menschen, die ohne erkennbare Beziehung zu Gott erfolgreich, gesund und zufrieden waren. Gleichzeitig erlebte er selbst Schwierigkeiten und fragte sich, welchen Sinn sein Glaube und sein Bemühen um ein Leben mit Gott überhaupt hätten. „Man könnte diesen Psalm auch überschreiben mit: ‚Der Psalmist kriegt die Krise‘“, schmunzelte der Stammapostel.

Im Verlauf des Psalms verändere sich jedoch die Perspektive Asafs. Aus Enttäuschung, Zweifel und dem Vergleich mit anderen, so der Stammapostel, entwickele sich eine neue Überzeugung. Der Psalmist richte seinen Blick zunehmend auf seine eigene Beziehung zu Gott und erkenne, dass diese nicht von äußeren Lebensumständen abhänge. Gerade diese Entwicklung stellte Stammapostel Mutschler heraus: Der Psalmist finde aus seiner Krise heraus zu einer neuen Gewissheit.

Dabei sei nicht die eigene Glaubensleistung entscheidend. Die Aussage „Dennoch bleibe ich stets an dir“ dürfe nicht als selbstbewusste Feststellung verstanden werden, Asaf habe es aus eigener Kraft geschafft, Gott treu zu bleiben. Stammapostel Mutschler kehrte den Gedanken um: „Gott ist bei mir geblieben.“ Gott habe die Beziehung nicht abgebrochen. Daraus ergäben sich die drei Aussagen des Bibelworts: Gott hält, Gott führt und Gott nimmt den Menschen an.

Gott bleibt beim Menschen

Der Stammapostel übertrug diese Erkenntnis auf das Verhältnis des Menschen zu Gott. Auch bei Schuld, Leid oder Orientierungslosigkeit ziehe Gott sich nicht zurück. Entscheidend sei nicht die eigene Leistung, sondern die Gewissheit, von Gott gehalten und begleitet zu werden.

Die Hand im Bibelwort stehe dabei für Nähe und Führung. Gott halte den Menschen nicht nur fest, sondern begleite ihn und zeige Wege. Ebenso wichtig sei der dritte Gedanke: Gott nehme den Menschen an. Diese Annahme hänge nicht von einer fehlerfreien Lebens- oder Glaubensleistung ab.

Konsequenzen für den Alltag

Zum Ende der Predigt richtete Stammapostel Mutschler den Blick auf den Alltag: Wer erlebe, dass Gott bei ihm bleibe, könne dieses Verhalten selbst zum Vorbild nehmen. „Vielleicht ergibt sich in der nächsten Woche die Gelegenheit, dass du auch bei einem Menschen in deiner Umgebung bleibst, auch wenn alle anderen davonlaufen“, sagte der Stammapostel.

Das könne bedeuten, einem einsamen Arbeitskollegen, Studienkollegen oder Nachbarn Zeit zu schenken, zuzuhören und in schwierigen Situationen nicht auf Abstand zu gehen. Ebenso könne ein Gedanke der Hoffnung helfen, wenn jemand keinen Weg mehr sehe. Nicht immer brauche es dafür eine fertige Antwort. Entscheidend sei zunächst, beim anderen zu bleiben.

Auch die Annahme des Nächsten gehöre dazu. Stammapostel Mutschler verwies auf Verachtung, Hass und Spaltung in der Gesellschaft und rief dazu auf, Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit anzunehmen. „Du Mensch, ich nehme dich an, wie du bist, denn du bist auch von Gott geschaffen“, formulierte er diesen Gedanken. Zum Abschluss griff er noch einmal die zentrale Erkenntnis des Psalms auf: Nicht „Ich bin geblieben bei dir, Gott“, sondern: „Du bist bei mir geblieben, Gott.“

Eine Krise als Chance

Zu weiteren Predigtbeiträgen bat der Stammapostel die beiden Gastapostel aus Süddeutschland. Apostel Martin Schnaufer nahm die Situation Asafs auf und stellte fest: „Eine Krise kann eine Chance sein.“ Er erinnerte an den Propheten Jeremia und an Petrus, der auf dem Wasser zu sinken begann und von Jesus an der Hand ergriffen wurde. Gerade persönliche Krisen könnten den Blick neu darauf richten, dass nicht die eigene Glaubens- und Lebensleistung, sondern Gottes Zuwendung trage.

Apostel Volker Keck griff das Bild der Hand auf. Wie ein Kind an der Hand seiner Eltern Geborgenheit und Führung erfahre, könne der Mensch auf Gottes Begleitung vertrauen. Mit dem Hinweis auf die Emmausjünger und die Zusage Jesu, bei den Menschen zu bleiben, unterstrich er die Gewissheit, auch in Trauer und Unsicherheit nicht allein zu sein.

Christus als Brückenbauer

Vor der Feier des Heiligen Abendmahls vertiefte Stammapostel Mutschler den Gedanken der Annahme. Menschen brächen durch Schuld und Versagen immer wieder Verbindungen zu Gott und zum Nächsten ab. Jesus Christus dagegen überwinde diese Distanz. „Jesus Christus ist der Brückenbauer“, fasste der Stammapostel zusammen. Im Abendmahl könne der Einzelne deshalb neu erfahren, von Christus angenommen zu sein.

Auf das Abendmahl für die Entschlafenen bereitete Bezirksapostel Stefan Pöschel die Gemeinde vor. Dabei nahm er den Grundgedanken des Gottesdienstes auf und bezog ihn auf die Verstorbenen: Auch ihnen gelte die Zusage, dass Gott sie hält, führt und annimmt.

Fürbitten und gute Wünsche für die Kinder

Im Schlussgebet nahm Stammapostel Mutschler Kranke, psychisch Erkrankte, Trauernde, belastete Familien und Menschen ohne Orientierung in die Fürbitte auf. Besonders gedachte er der Kinder, für die das neue Schuljahr begonnen hatte. Er bat für sie um Freunde, gute Lehrer, Freude und Erfolg in der Schule.

Nach dem Segen dankte der Stammapostel allen Mitwirkenden in Technik und Organisation und insbesondere den Kindern. Diese hatten ihn und seine Begleiter vor Beginn des Gottesdienstes im Foyer mit dem Lied „Halleluja“ begrüßt und aus jeder Gemeinde ein Geschenk überreicht. Anschließend hatte der Stammapostel sich die Zeit genommen, die Kinder persönlich mit Handschlag zu begrüßen.

Auch die musikalische Gestaltung des gesamten Wochenendes griff der Stammapostel in seinen Schlussworten noch einmal auf: Was er am Samstag und Sonntag gehört habe, nehme er „tief in meinem Herzen“ mit. Anschließend wünschte er den Gemeinden im Kirchenbezirk sowie im gesamten Bezirksapostelbereich Gottes Segen.

Konzert zum Auftakt des Wochenendes

Bereits am Samstag, 15. August 2026, begann der Besuch des Stammapostels mit einem Konzert in der Neuapostolischen Kirche Hanau. Es stand unter dem Titel „Lass mich deine Liebe spüren“. Das Programm nahm in unterschiedlichen musikalischen Formen Gedanken von Gottes Nähe, Trost und Begleitung auf.

Gestaltet wurde das Konzert vom Projektchor des Kirchenbezirks Offenbach, einem Gesangsensemble und Solisten sowie von einem Streicherensemble und Musikern an Klarinette, Klavier und Orgel.

Weitere Gottesdienste des Stammapostels

Am Erntedanksonntag, 4. Oktober 2026, kommt Stammapostel Helge Mutschler erneut nach Westdeutschland und hält den Gottesdienst im Kirchenbezirk Dinslaken. Er wird in die Gebietskirche Westdeutschland sowie nach Luxemburg, Portugal und in weitere betreute Gebietskirchen in Europa und Westafrika übertragen.

Am 1. November 2026 hält der Stammapostel den Gottesdienst für Entschlafene in Tuttlingen in der Gebietskirche Süddeutschland. Dieser Gottesdienst wird in die europäischen Gebietskirchen übertragen. Dafür entfällt in Westdeutschland die ursprünglich für den 6. Dezember vorgesehene Übertragung aus Herford. Der Stammapostel hält den Gottesdienst in Herford wie geplant, jedoch ohne Übertragung.

Stammapostel Mutschler

18. August 2026
Text: Frank Schuldt
Fotos: Frank Schuldt, Andreas Wagner

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PDF-Version

Eintreffen von Stammapostel Mutschler und Bezirksapostel Pöschel im Congress Park Hanau
Kinder heißen den Stammapostel und seine Begleiter im Foyer willkommen
Gottesdienst im Congress Park Hanau
Vorbereitung auf den Gottesdienst in der Sakristei
Stammapostel Mutschler
Predigtbeitrag von Apostel Martin Schnaufer
Predigtbeitrag von Apostel Volker Keck
Feier des Heiligen Abendmahls
Abendmahl für die Entschlafenen
Schlusssegen beim Gottesdienst
Besuch des Stammapostels mit einem Konzert in der Neuapostolischen Kirche Hanau
 

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