Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Marburg/Stadtallendorf. Bezirksapostel Pöschel entband Bezirksevangelist Jürgen Kusenberg im Gottesdienst in Stadtallendorf von seiner Aufgabe als Bezirksvorsteher-Stellvertreter. In den Ruhestand trat der langjährige Amtsträger nicht: Als Bezirksvorsteher betreut er weiterhin die Gemeinden in Griechenland.
Bezirksapostel Stefan Pöschel feierte am Mittwochabend, 14. Oktober 2026, einen Gottesdienst in der Kirche in Stadtallendorf. Darin entband er Bezirksevangelist Jürgen Kusenberg per Handschlag von der Aufgabe als Bezirksvorsteher-Stellvertreter im Kirchenbezirk Marburg. Diese Aufgabe hatte er seit November 2014 wahrgenommen.
Der Bezirksapostel stellte gleich zu Beginn schmunzelnd klar: „Das ist keine Beerdigung und auch keine Ruhesetzung.“ Es handle sich um eine Entlastung, weil Bezirksevangelist Kusenberg sich weiterhin als Bezirksvorsteher in Griechenland einsetze. Diese Aufgabe hat er seit August 2019. Im Bezirk Marburg wird er künftig bei Bedarf Kranke seelsorgerisch betreuen, wenn er nicht in Griechenland ist.
Seit 1978 im Amt
Sein erstes Amt empfing Jürgen Kusenberg am 1. Oktober 1978 als Unterdiakon für die Gemeinde Marburg-Süd. 1982 folgte die Ordination zum Diakon, 1987 zum Priester. Von 1989 bis 2005 leitete er die Gemeinde Marburg-Cappel, anschließend bis 2015 die Gemeinde Marburg-Süd. Zwischenzeitlich wurde er zum Evangelisten und zum Hirten ordiniert.
Am 5. November 2014 ordinierte ihn der damalige Bezirksapostel Bernd Koberstein in Stadtallendorf zum Bezirksevangelisten und beauftragte ihn als Bezirksvorsteher-Stellvertreter. Daneben dirigierte er unter anderem das Bezirksorchester und war Öffentlichkeitsbeauftragter des Bezirks.
Der Bezirksapostel dankte ihm im Namen des Apostolats, seiner Amtsvorgänger, der Vorsteher und aller Gemeinden. Wer Zeitzeugen frage, höre immer wieder dieselben Beschreibungen über den 65-Jährigen: außerordentlich verlässlich, fleißig, ausdauernd und mit viel Liebe zu den Anvertrauten. „Wir freuen uns, dass du unser Freund warst, bist und bleibst“, sagte Bezirksapostel Pöschel.
Gott als Hirte seiner Herde
Grundlage der Predigt im Gottesdienst war das Bibelwort aus Jesaja 40,11: „Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte. Er wird die Lämmer in seinen Arm sammeln und im Bausch seines Gewandes tragen und die Mutterschafe führen.“
Der Bezirksapostel ordnete das Wort geschichtlich ein: Der Prophet habe zu Israeliten in babylonischer Gefangenschaft gesprochen. Viele von ihnen hätten dort gut gelebt, sich aber von Gott verlassen gefühlt. Das Bild vom Hirten habe jeder verstehen können, weil es aus der eigenen Lebenswirklichkeit stammte. Gott kümmere sich um jeden, gerade um die Schwachen. Wer sich verirrt habe, werde wie das verlorene Schaf ohne Vorwurf zurückgetragen. Deutlich widersprach er der Vorstellung, Gottes Segen zeige sich hauptsächlich im Wohlstand: „Gott segnet auch, wenn das Portemonnaie leer ist. Gott segnet auch, wenn die ärztliche Diagnose nicht gut ist.“
Bezirksevangelist Kusenberg griff das Bild in seinem Predigtbeitrag auf. Es gehe nicht um Äußerlichkeiten, sondern um die Beziehung zu Jesus Christus. Aus der „Hirtentasche“ kämen Worte, die man sonst nirgends höre, etwa der Friedensgruß oder die Zusage der Sündenvergebung.
Den Bezirksapostel begleiteten Apostel Gerd Kisselbach und Bischof Sascha Tümmler, die den Bezirk Marburg betreuen, sowie Apostel Carsten Denker und Bischof Aramik Fesdjian, die für die Gemeinden im Mittelmeerraum zuständig sind. Der Gottesdienst wurde in die Gemeinden des Bezirks Marburg sowie nach Griechenland, in die Türkei, nach Zypern und in den Libanon übertragen.
20. Oktober 2026
Text:
Frank Schuldt
Fotos:
Frank Schuldt
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