Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Westdeutschland. Die Neuapostolische Kirche Westdeutschland gibt in ihrem Jahresbericht 2025 Auskunft über ein Jahr, in dem die Frage nach der „Gemeinde der Zukunft“ im Mittelpunkt stand. Im Vorwort beschreibt Bezirksapostel Pöschel, wie sich die Gemeinden unter veränderten Bedingungen weiterentwickeln sollen. Finanziell schloss die Kirche das Jahr mit einem Überschuss ab.
„Das Jahr 2025 hat uns intensiv mit der Frage beschäftigt, wie sich unsere Gemeinden unter veränderten gesellschaftlichen, personellen und finanziellen Bedingungen weiterentwickeln können“, schreibt Bezirksapostel Stefan Pöschel. Unter dem Leitgedanken „Gemeinde der Zukunft“ betrachtete die Kirchenleitung alle Bereiche des Gemeindelebens. In den Apostelbereichen erarbeiteten Gemeinde- und Bezirksvorsteher mit den Aposteln Vorschläge, etwa zu Gottesdiensten, Seelsorge und Mission.
Geplante Zusammenlegungen von Gemeinden setzte die Kirche 2025 zunächst aus. „Es ist mir ein wichtiges Anliegen, als Kirche weiterhin in der Fläche präsent zu bleiben“, betont der Kirchenpräsident. Ein Standort soll nicht allein deshalb aufgegeben werden, weil das Kirchengebäude sanierungsbedürftig ist.
Finanzen als Zukunftsfrage
Das positive Jahresergebnis werde seit einigen Jahren wesentlich durch den Verkauf nicht mehr benötigter Immobilien gestützt, schreibt der Bezirksapostel. „Das kann keine dauerhafte Grundlage für die Finanzierung der kirchlichen Arbeit sein.“ Deshalb sollen die laufenden Kosten begrenzt und Bauvorhaben noch sorgfältiger geprüft werden.
Die betreuten Gebietskirchen im Ausland unterstützte die Kirche 2025 wie gewohnt, mit rund fünf Millionen Euro.
Finanzen als Zukunftsfrage
Zu den Zukunftsfragen zählt Bezirksapostel Pöschel auch den verantwortungsvollen Umgang mit den Finanzen. Das positive Jahresergebnis werde seit einigen Jahren wesentlich durch den Verkauf nicht mehr benötigter Kirchengebäude und Grundstücke gestützt. „Das kann keine dauerhafte Grundlage für die Finanzierung der kirchlichen Arbeit sein.“ Deshalb sollen die laufenden Kosten begrenzt und Bau- sowie Investitionsvorhaben noch sorgfältiger geprüft werden.
Die Unterstützung der betreuten Gebietskirchen im Ausland soll wie gewohnt weiterlaufen. Dafür stellte die Kirche 2025 rund fünf Millionen Euro bereit, unter anderem für die seelsorgerische Betreuung, die Mobilität von Seelsorgern und einfache Versammlungsstätten.
Gottesdienste mit dem Stammapostel
Der Tätigkeitsbericht dokumentiert die Höhepunkte des Jahres. Stammapostel Jean-Luc Schneider feierte Gottesdienste in Bottrop, in Kassel und zu Pfingsten in Wiesbaden, wo er Apostel Helge Mutschler zum Stammapostelhelfer ernannte. Den Zentralgottesdienst am 30. November 2025 leitete Bezirksapostel Pöschel in Bielefeld-Mitte.
In der Ökumene nahm die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Nordrhein-Westfalen (ACK NRW) die Neuapostolische Kirche am 21. März 2025 in einem Gottesdienst im Aachener Dom als Vollmitglied auf.
Einnahmen und Ausgaben 2025
Die Zuwendungen aus dem Opfer lagen 2025 bei 24,3 Millionen Euro und damit 152.000 Euro oder 0,6 Prozent über dem Vorjahr. Hinzu kamen zweckgebundene Spenden, etwa für Musik, die Bezirksbudgets und ausländische Gebiete, von rund 563.000 Euro. Opfer und Spenden machten rund 58,5 Prozent der gesamten Erträge aus. „Allen, die die Arbeit der Kirche durch ihr Engagement sowie durch Opfer und Spenden ermöglichen, danke ich herzlich“, schreibt Bezirksapostel Pöschel im Vorwort.
Die Vermögensverwaltung steuerte weitere 8,5 Millionen Euro bei: 3,8 Millionen Euro aus Finanzanlagen und 4,7 Millionen Euro aus Immobilienanlagen. Der Verkauf nicht mehr genutzter Immobilien und Grundstücke brachte 6,5 Millionen Euro ein. Mit sonstigen ordentlichen Erträgen von 2,6 Millionen Euro summierten sich die Erträge auf rund 42,5 Millionen Euro, nach 43,2 Millionen Euro im Jahr 2024.
Positives Jahresergebnis
Die ordentlichen Aufwendungen der Kirche beliefen sich 2025 auf 40,4 Millionen Euro, etwa 90.000 Euro oder 0,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Hauptgrund waren gestiegene Liegenschaftskosten.
Aus der gewöhnlichen kirchlichen Tätigkeit ergab sich ein Ergebnis von minus 1,8 Millionen Euro. Das Defizit fiel damit um 6,3 Prozent geringer aus als im Vorjahr. Unter Einbeziehung des Finanzergebnisses blieb nach Steuern ein Jahresüberschuss von rund 895.000 Euro, nach rund 1,5 Millionen Euro im Vorjahr. Um diesen Betrag erhöhte sich das Eigenkapital der Kirche auf 277,7 Millionen Euro.
Tätigkeits- und Finanzbericht
Der Jahresbericht besteht aus einem Tätigkeits- und einem Finanzbericht. Der Tätigkeitsbericht stellt die Aktivitäten vor, die das Jahr geprägt haben, darunter Festgottesdienste, Angebote für besondere Zielgruppen, Pastoralreisen, Ökumene, Öffentlichkeitsarbeit, Kirchenmusik und Bautätigkeit.
Auf einen Statistikteil folgt der Finanzbericht. Er erläutert die Aufwands- und Ertragsrechnung und schlüsselt die Summen nach den Tätigkeitsbereichen der Kirche auf. Hinzu kommen die Bilanz sowie Übersichten zum Anlagevermögen und zu den Investitionen.
Für die Mitglieder der Landesversammlung
Der Jahresbericht erscheint seit 2010 jährlich für die Mitglieder der Landesversammlung. Ihr gehören der Bezirksapostel, die Apostel, die Bischöfe und die Bezirksvorsteher der Gebietskirche an. Sie erhalten den Bericht im Entwurf vor der Sitzung, in der die Finanzzahlen des Vorjahres vorgestellt werden.
Am 19. September 2026 kam die Landesversammlung in Wiesbaden zusammen. Sie stellte den Jahresabschluss 2025 fest, beschloss, den Überschuss dem Kirchenkapital hinzuzufügen, und entlastete den Landesvorstand.
Jede Gemeinde erhält zwei gedruckte Exemplare des Jahresberichts 2025, eines für den Gemeindevorsteher und eines zur Auslage. So können auch Gemeindemitglieder ohne Internetzugang den Bericht einsehen. Alle Jahresberichte der vergangenen Jahre stehen auf nak-west.de zum Download bereit.
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