Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Frankfurt/Gießen. Die Konzerte des Mittelhessischen Kammerchores und Kammerorchesters der Neuapostolischen Kirche unter der Leitung von Dr. Arno Semrau sind inzwischen fester Bestandteil der Veranstaltungen im Arbeitsbereich Nord der Gebietskirche. Am 9. Oktober 2016 konzertierten Chor und Orchester in der St. Bonifatius Kirche in Gießen.
Zunächst wurden die anwesenden Besucher von Dekan Hans Joachim Wahl begrüßt und in der St. Bonifatius Kirche herzlich willkommen geheißen. Prof. Dr. Jörg Meyle, Vorsteher des Gießener Kirchenbezirks der Neuapostolischen Kirche bedankte sich für die Gastfreundschaft und erläuterte den Schwerpunkt des Konzertes, dessen Spendeneinnahmen dem Haus AtemZeit in Wölfersheim-Wohnbach zu Gute kommen sollten.
Eröffnet wurde das Konzert mit dem Lied „Bis hierher hat der Herr geholfen“ von Carl Stein (1824-1902). Nach weiteren Stücken fand der erste Teil seinen Abschluss mit dem Abendlied „Bleib bei uns, denn es will Abend werden“ von Joseph Rheinberger (1756-1791), einer sechsstimmigen Motette, die wunderbare Klänge und Harmonien entfaltet und sich beruhigend auf den Zuhörer auswirkt.
Danach begann der Höhepunkt der Abendveranstaltung mit Mozarts Requiem. Zunächst eröffnete die Sopranistin Karola Semrau gemeinsam mit Chor und Orchester das Introitus. Sehr beeindruckend wurde das Kyrie eleison, Christe eleison, einem Hilfeschrei gleich, vorgetragen. Es folgte eine Lesung aus 1. Korinther 15, vorgetragen von Bezirksevangelist Ralf Partmann.
Bei dem Tuba mirum brillierten die Solisten Markus Gilgen-Koberstein (Bariton), Benjamin Koberstein (Tenor), Sandra Münch (Alt) sowie Karola Semrau (Sopran) zunächst solistisch gemeinsam mit Posaune und Orchester, um dann in einen homophonen Satz überzugehen. Kräftig setzten Orchester und Chor mit dem Rex tremendae maiestatis (König von erschütternder Gewalt) ein und interpretierten eindrucksvoll den Ruf nach Gnade.
Es folgte der mit 130 Takten längste Satz des Requiems Recordare, bei dem das Soloquartett mit dem Orchester in immer neuen Kombinationen der Stimmen beeindruckte. Nach dem Confutatis von Chor und dem Lacrimosa endete die sog. Sequenz. Es folgte erneut eine Lesung aus 1. Petrus 3 und 4.
Der erste Satz des Offertoriums, das Domine Jesu, begann mit einem piano gesungenen Thema, das das Soloquartett dann weiter aufgriff und sehr dynamisch interpretierte. Ein Kontrast dazu bildete das Hostias, das getragen und sehr melodisch zum Vortrag kam.
Nach einer weiteren Lesung aus Offenbarung 15 und 22 folgten Sanctus, kräftig und überzeugend durch Chor und Orchester musiziert sowie Benedictus, das von dem Soloquartett fließend und lieblich vorgetragen wurde.
Die abschließende Lesung aus Offenbarung 14 und 19 leitete den Schlussteil des Requiems ein. Das Agnus Dei klang nach kraftvollem Beginn ruhig und sanft aus, bevor mit Lux aeterna (Das ewige Licht) das Requiem in einem kraftvollen und ausdrucksstarken Finale endete.
Danach hielt es die Zuschauer nicht mehr auf ihren Sitzen. Mit Applaus und stehenden Ovationen dankten sie den Musikern für diese eindrucksvolle und zu Herzen gehende Aufführung. Diese ließen es sich nicht nehmen und musizierten als Zugabe noch einmal das Sanctus.
Bericht und Foto: Wofgang Rock
Konzert Giessen
10. Oktober 2016
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