Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Westdeutschland. Vor über einem halben Jahr sorgte Starkregen für Überschwemmungen im Westen Deutschlands. Damals wurde auch die neuapostolische Kirche in Sinzig stark beschädigt. Nun geht es in den Gebieten neben der finanziellen Hilfe auch um die Beratung der Betroffenen.
Neben den finanziellen Spenden (wir berichteten) unterstützten viele neuapostolische Christen auch als Helfer in den Flutgebieten. Ein Beispiel für die tätige Hilfe war das Aufräumen der Kirche in Sinzig, das durch das Hochwasser am heftigsten betroffene Kirchengebäude: Kirchenmitglieder aus dem Bezirk Wiesbaden samt dem zuständigen Apostel Gert Opdenplatz krempelten ihre Ärmel hoch und brachten die verwüstete und verschlammte Kirche wieder halbwegs in Ordnung.
Dank ihrer Unterstützung war es möglich, dass am Donnerstag, dem 29. Juli 2021, die Gläubigen aus dem Ahrtal im sogenannten „Baustellen-Gottesdienst“ geistliche Stärkung aus dem Dienen des Bezirksapostels bekommen konnten.
Kirche muss saniert werden
Dieser Gottesdienst bleibt für die nächste Zeit jedoch der letzte in dem Kirchengebäude, denn das ganze Ausmaß der Schäden wurde erst später klar. So stand nach einem Gutachten im September 2021 fest, dass die Kirche in Sinzig saniert werden muss. Das Wasser-Öl-Schlamm-Gemisch hat das Gebäude verseucht.
Die gute Nachricht ist allerdings, dass die Standsicherheit durch die Flut nicht beeinträchtigt wurde. Durch eine recht zügige Freigabe einer Zahlung des Gebäudeversicherers konnte die Kirche inzwischen von den schädlichen Substanzen gereinigt werden. Zudem wurden eine neue Heizungsanlage eingebaut sowie die Elektroinstallation erneuert.
Wiederbezug in einigen Monaten
Nach Feststellung aller weiteren notwendigen Sanierungsarbeiten hat der Versicherer vor wenigen Tagen die Freigabe für die ausstehenden Arbeiten erteilt. Die Sanierungskosten werden bei etwa 280.000 Euro liegen. Die Kirche übernimmt die Kosten für neues Inventar und die Instandsetzung der Außenanlagen.
"Ein Wiederbezug des Gebäudes ist somit in einigen Monaten realistisch möglich", berichtet der zuständige Bauleiter Roland Fuhrmann. Die Gemeinde ist derzeit in einer Kirche der Adventisten untergebracht.
Mobiles Büro von NAK-karitativ im Ahrtal
Im Dezember hat das kirchliche Hilfswerk NAK-karitativ seine Hilfe im Ahrtal nochmal weiter verstärkt: Zwei neue Mitarbeiter und ein mobiles Büro in einem Kleintransporter sind nun dort unterwegs. Das Motto: „Wir helfen da, wo wir gebraucht werden!“
Mithilfe des mobilen Infostands sollen Orte versorgt werden, an denen es sonst keine festen Anlaufstellen gibt. Zudem will NAK-karitativ so Menschen mit körperlichen Einschränkungen erreichen – oder Menschen, die aus anderen Gründen nicht die Möglichkeit haben, die festen Standorte in der Umgebung aufzusuchen. Sie werden zu Hause besucht, um sie dort bei der Antragstellung von Staatshilfen für den Wiederaufbau zu unterstützen.
Die beiden neuen Mitarbeiter von NAK-karitativ wurden von der Investitions- und Strukturbank des Landes Rheinland-Pfalz geschult. Sie arbeiten in enger Kooperation und mit Unterstützung des Verwaltungsstabs Hochwasser Ahr.
Hilfe bei Antragstellung
Das mobile Team hat bereits 40 Familien bei der Antragstellung geholfen. Darüber hinaus werden insbesondere an der oberen Ahr weitere Hilfsmaßnahmen initiiert, wie der Treffpunkt ABA (Auszeit – Beratung – Aufbauhilfe) in Antweiler, bei dem sich die Menschen einfach bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen austauschen und auch beraten lassen können.
„Die Durchführung von Wiederaufbaumaßnahmen läuft derzeit dennoch schleppend“, berichtet NAK-karitativ Geschäftsführerin Tatjana Augustin. Die Menschen benötigten Hilfe, aber die Handlungsmöglichkeiten seien durch unklare Vorgaben der Länder bedauerlicherweise nach wie vor undurchsichtig. „Das erfordert Geduld und macht eine genaue Prüfung erforderlich.“
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