Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Westdeutschland/Portugal. Erstmalig besuchte ein Stammapostel Gemeinden im Bezirk Süd der Gebietskirche Portugal. Am ersten Novemberwochenende 2023 standen Gottesdienste in Portimão und Aldeia de Palheiros auf dem Reiseplan von Stammapostel Schneider.
Den dritten und letzten Gottesdienst für Entschlafene des Jahres 2023 feierte Stammapostel Jean-Luc Schneider am Sonntag, dem 4. November 2023 in der Kirche in Portimão. Tags zuvor hatten sich die aktiven und im Ruhestand befindlichen Amtsträger aus Portugal mit ihren Partnern in der Kirche in Aldeia de Palheiros zu einem Gottesdienst mit dem Stammapostel versammelt (Bericht folgt).
Ein Tag des Glaubens – ein Fest der Freude
„Gottesdienste für Entschlafene sind keine Gottesdienste, in denen wir mit Sehnsucht an die Gestorbenen zurückdenken, sondern ein solcher Gottesdienst ist zukunftsorientiert,“ so der Stammapostel zu Beginn der Predigt am Sonntag. Der Blick auf das große Ereignis der Wiederkunft Jesu Christi, bei dem Lebende und Tote in das Reich Gottes eingehen können, verursache Freude. Diese komme aus der Gewissheit, dass Gott auch im Jenseits immer noch Heil schenkt.
Und für die, die in diesen Tagen besonderes Leid verspürten, berge die Zuversicht des Wiedersehens mit den in Christus Gestorbenen einen großen Trost in sich. Dieser Sonntag sei also alles andere als ein trauriger Tag. „Es ist ein Tag des Glaubens, ein Fest der Freude und der Zuversicht.“
Philippus und der Kämmerer
Für die Predigt in diesem Gottesdienst verwendete der Stammapostel ein Bibelwort aus der Begegnung des Philippus mit dem Kämmerer aus Äthiopien: „Da lief Philippus hin und hörte, dass er den Propheten Jesaja las, und fragte: Verstehst du auch, was du liest? Er aber sprach: Wie kann ich, wenn mich nicht jemand anleitet? Und er bat Philippus, aufzusteigen und sich zu ihm zu setzen.“ (Apostelgeschichte 8,30.31)
Das Geschehen um den Kämmerer sei wohl hinlänglich bekannt, so der Stammapostel. Er sei in der Apostelgeschichte beschrieben als ein Machthaber und Schatzmeister am Hof der Kandake, der Königin von Äthiopien – einem Land in Afrika, südlich von Ägypten.
Auf der Suche nach dem Gott der Juden, von dem er gehört hatte, habe er die Reise nach Jerusalem angetreten, dort angebetet und wohl auch geopfert. Nun auf der Rückreise in sein Heimatland begegnete er Philippus, den er auf seinen Wagen bat und sich von ihm die Schrift auslegen ließ.
Das Ganze sehen
Was ihn an diesem Geschehen zunächst angesprochen habe, so Stammapostel Schneider, sei die Aussage in der Apostelgeschichte, dass Philippus dem Kämmerer das Schriftwort aus dem Propheten Jesaja und danach das gesamte Evangelium erläutert hat.
Beim Betrachten der eigenen Lebensgeschichte, auch beim Lesen des Geschichtsbuchs der Weltgeschichte, verstehe man Gott nicht immer, so wie der Kämmerer die Schrift des Propheten nicht verstand. Da würden auch oft Gebete, Bitten um Zeichen und Wunder oder das Lesen in der Bibel zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis führen, räumte der Stammapostel ein. Dann gelte es, das gesamte Heilswirken Gottes in den Blick zu nehmen. „Du musst dein Leben und das Geschehen in der Welt in diesem Licht sehen. Dann kannst du den Sinn der Sache erkennen,“ nannte der Stammapostel den Schlüssel, um Gott zu verstehen.
Gott bietet allen Menschen Heil an
Der Bericht von der Taufe des Kämmerers mache zudem deutlich, dass Gott allen Menschen Heil anbiete: Der Kämmerer war ein reicher Mann, er hatte Macht, er war Heide – ein Nicht-Jude – und er war Eunuch, also ein kastrierter Mann. Es sei es ihm nach dem Gebot Moses noch nicht einmal erlaubt gewesen, im Tempel anzubeten. Er galt als unvollkommen und musste sich mit dem Vorhof begnügen.
So habe ihn schließlich seine Reise nach Jerusalem, um statt seiner heimischen Götzen den Gott der Juden kennenzulernen, auch nicht befriedet – bis er Philippus begegnete, der ihm die frohe Botschaft des Evangeliums nahebrachte. Die Folge: Der Kämmerer, der erste Heide – ein Afrikaner – wurde Christ.
Es gibt Hoffnung für alle
Ein weiterer Aspekt war dem Stammapostel in der Predigt wichtig: Obwohl der Kämmerer Macht hatte, war er in seinem Land nicht als Person geachtet. Er war nur Diener, nur Werkzeug, er wurde nur benutzt. Und er war ohne Hoffnung auf ein Weiterleben, das nach den Vorstellungen in seiner Kultur durch eigene Nachkommen gegeben wurde. Er würde einfach im Nichts verschwinden.
In dieser Vorstellung, nur lebenswert zu sein, wenn sie einen Nutzen erbringen könnten, litten auch in aktuellen Zeiten ganze Völker und viele Menschen. „Man sieht nicht mehr den Menschen an, sondern nur ihren Nutzen.
„Aber Gott ist vollkommen, er liebt alle, und er will allen Heil schenken,“ lenkte der Stammapostel noch einmal den Blick in die jenseitige Welt. Gott biete allen Enttäuschten, Verachteten und Hoffnungslosen, auch allen Gläubigen, die noch nicht vollends in den Genuss der Sakramente der Kirche Christi gekommen seien, vollkommenes Heil an.
Spendung der Sakramente
Nach den Predigtbeiträgen von Bezirksapostel Rüdiger Krause (Nord- und Ostdeutschland) und Apostel Martin Rheinberger (Süddeutschland) feierte zunächst die versammelte Gemeinde das Heilige Abendmahl. Danach folgte die Spendung der Heiligen Wassertaufe, der Heiligen Versiegelung und des Heiligen Abendmahls für die Entschlafenen. Stellvertretend empfingen Bezirksältester João Monteiro und Bezirksevangelist Marco Duarte die Sakramente.
Stammapostel Jean-Luc Schneider am Altar in Portimão mit Bezirksältester João Monteiro als Dolmetscher
19. Dezember 2023
Text:
Günter Lohsträter,
João Monteiro
Fotos:
Tim Schaefer-Rolffs
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