Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Dortmund. Nach zehn Jahren an der Spitze der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland (früher Nordrhein-Westfalen) tritt Bezirksapostel Rainer Storck (66) am kommenden Sonntag in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird Apostel Stefan Pöschel (56).
Anlässlich des Wechsels in der Kirchenleitung besucht der internationale Kirchenleiter, Stammapostel Jean-Luc Schneider, am 23. Juni 2024 die neuapostolischen Christen in Westdeutschland. Im Gottesdienst in der Stadthalle Rheinberg (Beginn: 10 Uhr) wird er Apostel Stefan Pöschel als Bezirksapostel beauftragen und ihm die Leitung der Gebietskirche anvertrauen.
Der Gottesdienst kann in vielen Gemeinden Westdeutschlands sowie in Portugal, Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und weiteren Ländern in Europa und Afrika live miterlebt werden.
Verantwortung in mehr als 40 Ländern
Bezirksapostel Rainer Storck leitet die Neuapostolische Kirche Westdeutschland seit Februar 2018. Bereits zuvor war er seit 2014 verantwortlich für die Neuapostolische Kirche Nordrhein-Westfalen (NRW), die vor sechs Jahren mit der Gebietskirche Hessen/Rheinland/Pfalz (HRS) fusionierte. 2014 ordinierte ihn Stammapostel Jean-Luc Schneider in einem Gottesdienst in der Westfalenhalle 3A in Dortmund zum neuen Bezirksapostel und Nachfolger von Armin Brinkmann für die Neuapostolische Kirche Nordrhein-Westfalen.
Zum Verantwortungsbereich des Kirchenpräsidenten der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland zählen etwa 600.000 neuapostolische Christen in mehr als 40 Ländern und Landesteilen, davon allein 100.000 Gläubige in über 440 Gemeinden in den Bundesländern Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland.
Apostel Stefan Pöschel
Stefan Pöschel (56) wurde im Juni 2019 zum Apostel ordiniert. Zuvor leitete er als Bezirksältester den Kirchenbezirk Dortmund.
Seinen ersten Amtsauftrag in der Neuapostolischen Kirche empfing er 1987 für die Gemeinde Waltrop-Nord, wo er später auch als Priester diente. Im Jahr 2000 zog er nach Lünen, wo er in den Gemeinden Lünen-Süd und Lünen-Mitte wirkte. Als Vorsteher leitete er zeitweise die Gemeinden Lünen-Mitte und -Gahmen, bevor der Evangelist 2005 im Alter von 36 Jahren als Bezirksevangelist ordiniert und zum stellvertretenden Leiter des Kirchenbezirks Dortmund-Nord beauftragt wurde. Ein Jahr später übernahm er die Leitung des Bezirks.
2013 erweiterte sich sein Verantwortungsbereich auf den Bezirk Dortmund-West, bevor 2017 die drei Dortmunder Bezirke zusammengelegt und dem erfahrenen Bezirksältesten Pöschel anvertraut wurden.
In Ostwestfalen-Lippe zu Hause
Stefan Pöschel ist gelernter Betriebswirt und arbeitete zuletzt als Geschäftsführer eines kommunalen Ver- und Entsorgungsunternehmens in der Region Ostwestfalen-Lippe, wo er auch mit seiner Familie lebt. Dort war er auch bis 2023 als Apostel tätig.
Die Zeit seit August 2023 nutzte der Bezirksapostelhelfer, um die anvertrauten Gemeinden in Westdeutschland sowie den weiteren europäischen Ländern des Bezirksapostelbereichs besser kennenzulernen. Zum 1. April 2024 wechselte Apostel Pöschel in den Kirchendienst.
Bezirksapostel Rainer Storck
In die Amtszeit von Bezirksapostel Storck fallen Ereignisse wie der erste Internationale Jugendtag der Neuapostolischen Kirche 2019 in Düsseldorf mit mehr als 35.000 jungen Teilnehmern aus aller Welt. Viele Jahre leitete er die internationale kirchliche Arbeitsgruppe CTM („Children Teaching Material“), die die Lehrwerke für die Sonntagsschule sowie den Religions- und Konfirmandenunterricht erarbeitete beziehungsweise weiterentwickelte. Als gelernter Bauingenieur war er zudem verantwortlich für eine Arbeitsgruppe, die für die deutschen Gebietskirchen einheitliche Baustandards erarbeitete sowie das Förderprogramm Kirchenneubau Europa begleitete.
Als Bezirksapostel setzte er die von seinem Vorgänger begonnenen Strukturveränderungen fort, um die Gebietskirche für die Zukunft sicher aufzustellen. Dies umfasste auch die Aufgabe von Gemeindestandorten und die Zusammenlegung von Kirchenbezirken. Zukunftssichere Standorte wurden renoviert oder an zentralen Stellen neue Kirchengebäude errichtet. Zudem sorgte er als Kirchenpräsident für ausgeglichene Haushalte.
In seiner Amtszeit unterstützte er ökumenische Projekte wie den Glaubensgarten in Bad Lippspringe (anlässlich der Landesgartenschau 2017) und förderte Mitgliedschaften von Gemeinden in örtlichen Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen (ACK). 2018 und 2019 wurde die Kirche Gastmitglied in den ACK Hessen-Rheinhessen, Nordrhein-Westfalen und Südhessen. Zudem führte und förderte er Gespräche mit den Kirchenleitungen der anderen Kirchen. So gab es im März 2020 eine Tagung mit der Evangelischen Kirche von Westfalen, an der auch die damalige Präses Annette Kurschus teilnahm.
Weitere Herausforderungen in der Amtszeit von Bezirksapostel Storck waren die Fusion der beiden Gebietskirchen HRS und NRW zur Neuapostolischen Kirche Westdeutschland sowie die Corona-Pandemie.
22. Juni 2024
Text:
Frank Schuldt
Fotos:
Bildarchiv,
Thomas Brunschede,
Jessica Krämer,
Frank Schuldt
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