Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Suriname/Französisch-Guyana/ABC-Inseln. Die erste Pastoralreise in die südamerikanischen Gebiete seines Verantwortungsbereichs unternahm Bezirksapostel Pöschel Ende Oktober. In Suriname, Französisch-Guyana und auf den ABC-Inseln hielt er insgesamt sieben Gottesdienste.
Die Reise des Bezirksapostels begann am Donnerstagmorgen, dem 24. Oktober 2024. Nach seinem Transfer von Hannover nach Amsterdam ging es mit einem zehnstündigen Flug nach Paramaribo (Suriname). Ihn begleitete zunächst Apostel Reinier van Markus (Niederlande). Apostel Jeannot Leibfried (Frankreich), der auch mitfliegen sollte, musste seinen Flug verschieben, da die rechtzeitige Anreise aus Frankreich nicht funktioniert hatte.
Bischof Ruud Vis aus den Niederlanden war schon einige Tage vorher angereist und empfing die Reisegruppe in Paramaribo, der Hauptstadt Surinams. Die Betreuung der Gemeinden in Suriname und auf den ABC-Inseln obliegt der Gebietskirche Niederlande, in Französisch-Guyana ist die Gebietskirche Frankreich zuständig.
Soziale Projekte
Am Freitag, dem 25. Oktober stand die Besichtigung der Kirchen in Dankbaarkondre und Compagniecreek auf dem Programm. Die Orte liegen gut 2 Autostunden südlich von Paramaribo entfernt. Neben der Kirche in Dankbaarkondre hat die Neuapostolische Kirche im Dezember 2023 eine Poliklinik eröffnet, vergleichbar mit einer Facharztpraxis in Deutschland.
Das an der Kirche in Companiekreek angrenzende Gebäude soll demnächst ebenso als medizinische Ambulanz genutzt werden. Eine dritte Einrichtung dieser Art ist für 2025 geplant. Hier können ambulante Behandlungen durchgeführt werden und Patienten medizinischen Rat erhalten.
Die medizinischen Stationen bieten Menschen in Regionen des Landes Hilfe, in denen es bislang nur eine mangelhafte medizinische Versorgung gab. Bei den drei Projekten wird die staatliche Gesundheitsvorsorge in Zusammenarbeit mit der Neuapostolischen Kirche von einer privaten Einrichtung übernommen. Die von der Kirche erbauten Stationen, die von ihr auch instandgehalten werden, sind an eine große Apothekenorganisation verpachtet worden. Diese stellt die nötigen Allgemeinmediziner und die medikamentöse Versorgung zur Verfügung. Etwa 700 bis 800 Patienten können in den Stationen behandelt werden.
In allen drei Fällen befinden sich die Polikliniken direkt neben den Kirchen. Der für Suriname zuständige Bischof Ruud Vis schreibt dazu: „Die Idee war, dass geistliche und körperliche Betreuung gut zusammenpassen. Darüber hinaus tragen die Projekte auch zu einem guten Image der Kirche bei.“
Jugendtag in Suriname
Der Samstag stand ganz im Zeichen der jungen Generation im Lande. Junge neuapostolische Gläubige waren zu einem Jugendgottesdienst mit dem Bezirksapostel eingeladen. 130 Jugendliche waren in der Kirche in Paramaribo versammelt, die alle gern den neuen Bezirksapostel kennenlernen wollten, wozu der Tag reichlich Gelegenheit bot.
Der Bezirksapostel predigte mit dem Bibelwort aus 2. Timotheus 3,14.15: „Du aber bleibe bei dem, was du gelernt hast und was dir anvertraut ist; du weißt ja, von wem du gelernt hast und dass du von Kind auf die heiligen Schriften kennst, die dich unterweisen können zur Seligkeit durch den Glauben an Christus Jesus.“
Der Bezirksapostel riet seinen jungen Glaubensgeschwistern, die Bibel als Grundlage für ihr Leben zu nutzen und ermunterte sie, darin zu lesen.
Nach einer warmen Mittagsmahlzeit verbrachten die Jugendlichen den Nachmittag in einem nahegelegenen Schwimmbad, das zu diesem Zweck angemietet worden war.
Zentralgottesdienst in Paramaribo
Für alle Gemeinden in Suriname fand am Sonntag, dem 27. Oktober 2024 der Gottesdienst in einer großen Halle des Konferenzzentrums in Paramaribo statt, an dem 450 Gläubige teilnahmen. Als Grundlage für den Gottesdienst nutzte der Bezirksapostel einen Text aus der Bergpredigt Jesu: „So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen (Matthäus 5,16).“ Die Apostel Jeannot Leibfried und Reinier von Markus bat Bezirksapostel Pöschel um Predigtzugaben.
Reisetag – auf nach Französische-Guyana
Nach dem Aufenthalt in Suriname setzten der Bezirksapostel und seine Begleiter, die beiden Apostel, Bischof Ruud Vis und Bezirksältester Harvey Sanredjo aus Suriname, am Montagmorgen die Reise in das benachbarte Land Französisch-Guyana fort. Die Anreise erfolgte über den Grenzfluss Maroni mit einem Taxi-Boot – einem motorisierten Einbaum – nach Saint-Laurent-du-Maroni.
Hier feierten sie in dem Hause einer ortsansässigen Familie einen Abendgottesdienst. Zur Predigt diente das Bibelwort: „Es soll dir niemand widerstehen dein Leben lang. Wie ich mit Mose gewesen bin, so will ich auch mit dir sein. Ich will dich nicht verlassen noch von dir weichen (Josua 1,5).“ Bischof Vis und den surinamischen Bezirksältesten Sanredjo bat der Bezirksapostel zu Co-Predigten.
Das Bestreben von Bezirksapostel Pöschel ist, die beiden benachbarten Länder im Norden Südamerikas zu einer über die Landesgrenzen hinausgehenden Kooperation zu ermutigen. So diente der Besuch das Bezirksältesten aus Suriname in Französische-Guyana zu einer ersten Begegnung und zum Beginn einer Kontaktpflege. „Die Seelsorger haben sich gegenseitig kennengelernt, wollen in Kontakt bleiben und sich bei Bedarf unterstützen und aushelfen“, freute sich der Bezirksapostel.
Gottesdienste in Cayenne
Nach einer dreistündigen Fahrt mit dem Auto durch das Amazonas-Gebiet am Dienstagmorgen, dem 29. Oktober 2024 erreichten der Bezirksapostel und seine Begleiter Cayenne, die Hauptstadt von Französisch-Guyana.
Im Gottesdienst am Abend diente der Bezirksapostel mit dem Wort aus Galater 3,27.28: „Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen. Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.“ Die Zentralaussage der Predigt: „Unabhängig von unserer Herkunft verbindet uns das Bekenntnis zu Jesus Christus. Gott liebt alle Menschen ohne Unterschied.“ 70 Gläubige waren versammelt. In Cayenne werden derzeit die Gottesdienste in einem Raum eines örtlichen Hotels durchgeführt.
Rückreise nach Suriname via Saint-Laurent-du-Maroni
Am Mittwoch, 30. Oktober 2024, reiste die Gruppe über Kourou zurück nach Saint Laurent, wo sie das ESA-Weltraummuseum besuchte. Zwischendurch wurden sowohl in Cayenne als auch in Saint Laurent Grundstücke für den Bau künftiger Kirchengebäude besichtigt.
Donnerstagmorgen ging es zurück per Boot-Taxi über den Grenzfluss Maroni nach Suriname, wo am Abend eine Besprechung mit den surinamischen Gemeindeleitern stattfand.
Die folgenden drei Tage dienten dem Besuch der neuapostolischen Christen in Aruba, Curaçao und Bonaire.
Ankunft der Apostel zum Zentralgottesdienst (v.R. Bezirksapostel Stefan Pöschel, Apostel Jeannot Leibfried, Bischif Ruud Vis und Apostel Reinier van Markus)
22. November 2024
Text:
Günter Lohsträter
Fotos:
Quinten Hoeksma
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