Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Westdeutschland/Aachen. Den letzten Gottesdienst des Jahres 2024 feierte Stammapostel Schneider mit vielen Gläubigen aus dem Kirchenbezirk Aachen in der Stadthalle Alsdorf. In der Predigt ging es um die Auswirkungen von Gebeten, insbesondere der Bitte um die Wiederkunft Jesu.
Über 1.200 Gläubige versammelten sich am Sonntag, 29. Dezember 2024, zum letzten Gottesdienst des Jahres in der Stadthalle Alsdorf. Anlass war der Besuch von Stammapostel Jean-Luc Schneider in der Gebietskirche. Dieser legte dem Gottesdienst das Bibelwort aus Offenbarung 22,17 zugrunde: „Und der Geist und die Braut sprechen: Komm!“
Beten wirkt
In der Predigt blickte der internationale Kirchenleiter zunächst zurück auf das Jahresmotto für 2024 „Beten wirkt“: „Gott hat in diesem Jahr viele Gebete erhört und Wünsche erfüllt, darunter vielfach alltägliche, gewöhnliche Gebete um das tägliche Brot oder den Engelschutz“, erinnerte er seine Glaubensgeschwister. Gerade letzteres gerate oft in den Hintergrund. „Gott tut viel mehr für uns als wir manchmal meinen.“
Gleichzeitig sei ihm bewusst, so der Stammapostel, dass viele Gebete auch nicht erhört wurden. Doch viele hätten erfahren, „dass Gebete, die wahrhaftig vom Heiligen Geist inspiriert waren, Auswirkungen hatten – über die Erhörung der Bitten hinaus.“
„Nebenwirkungen“ intensiver Gebete
In der Folge nannte der Stammapostel Beispiele für diese Auswirkungen. Durch das Motto hätten sich viele Gläubige intensiver mit der Anbetung Gottes beschäftigt: „Das hat uns vielleicht geholfen, besser wahrzunehmen, dass Gott immer viel größer ist als alles, was wir uns vorstellen und denken können.“ Das führe zu der Erkenntnis, dass man Gott nicht immer verstehen und erklären könne.
Als weitere Erkenntnis aus den Gebeten führte der Stammapostel an, dass die Fürbitte für den Nächsten dazu führe, dass man sich mehr mit den Lebensumständen anderer Menschen beschäftige und dann erlebe, dass es Menschen gibt, denen es viel schlechter gehe als einem selbst. „Oft sind wir ja der Meinung, dass wir das schwerste Los von allen zu tragen haben, gerade in Westeuropa“, merkte der Stammapostel an.
Ihn bewege besonders, wenn er erlebe, was die Menschen, denen es deutlich schlechter gehe, mit der Hilfe Gottes schaffen würden. „So kann man durch das Beispiel des Nächsten im Glauben wachsen.“
„Herr, komm“
Je mehr sich der Gläubige im Gebet vom Heiligen Geist inspirieren lasse, desto stärker komme er auf das Wesentliche: die Bitte um die Wiederkunft Jesu Christi. „Wenn wir bei Gott sind, dann werden wir endlich sehen, was er alles für uns gemacht hat“, so der Stammapostel. „Dann werden wir erkennen, dass alles richtig war und wie groß die Liebe Gottes zu uns ist.“
Die Auswirkungen eines Gebets hingen dabei auch vom eigenen Glauben ab. „Unser Gebet ist nur wirksam, wenn man auch glaubt, was man betet.“ Dies gelte vor allem für die Bitte um die Wiederkunft Jesu. Diese werde immer öfter als „Bild“ interpretiert. Dagegen wehrte sich Stammapostel Schneider deutlich: „Das ist eine göttliche Wirklichkeit: Jesus Christus wird wiederkommen, so wie es beschrieben ist.“ Wie das konkret geschehe, das sei nicht vorstellbar. „Ich bin aber überzeugt, dass es genau so geschehen wird, wie es vorausgesagt ist.“
In der Folge nannte der Stammapostel verschiedene Aspekte aus dem Leben Jesu, die aus heutiger Sicht alle vorausgesagt waren, beispielsweise seine Geburt. Doch die Menschen hatten andere Vorstellungen vom künftigen Erlöser und zweifelten daher an Jesus.
Der Wiederkunft entgegeneilen
Auch die Wiederkunft Jesu sei vorausgesagt und beschrieben, doch der Stammapostel warnte davor, sich davon ein konkretes Bild zu machen: „Jesus Christus wird wiederkommen, er wird in meine und deine Existenz eingreifen – im Diesseits oder Jenseits. Wenn das Gebet „Herr Jesus, komm!“ aus diesem Glauben herauswachse, weil man wirklich daran glaube, dann habe es Auswirkungen. „Dann bereiten wir uns vor und eilen der Wiederkunft Jesu Christi entgegen“, so wie Petrus das bereits gesagt habe (vgl. 2. Petrus 1,19), erinnerte Stammapostel Schneider.
Dies führe dazu, dass man den Willen Gottes stärker in das eigene Leben einbeziehe, die Gnade Gottes in dem Wissen suche, dass man sich ändern müsse und es mit der Hilfe Gottes auch könne, sowie die Versöhnung mit dem Nächsten suche. „Wir mühen uns dann auch, dem Nächsten den Weg hin zu Gott einfach zu machen, denn wir wollen auch, dass er Teil hat an der Wiederkunft.“
Wichtiger Hinweis zum Jahresabschluss
Das sei nichts Neues, so der Stammapostel abschließend. Doch ihm sei der Hinweis darauf zum Jahresabschluss besonders wichtig: „Herr, komm! Das möge unser Gebet sein, und dieses Gebet, vom Glauben getragen, soll wirken: in unser Leben und auf unsere Gesinnung.“
Weitere Predigtbeiträge im Gottesdienst kamen von Apostel Jürgen Loy (Süddeutschland) und Bezirksapostel Stefan Pöschel. Mitgestaltet wurde der Gottesdienst vom Bezirksorchester, einem Projektchor sowie einem Kinderchor. Zum Abschluss des Gottesdienstes erklang das Chorlied „Ich brauch dich allezeit“.
Übertragung in viele Länder
Per Internetübertragung war der letzte Gottesdienst des Stammapostels im Jahr 2024 in vielen Gemeinden in Westdeutschland und in weiteren Ländern im europäischen Bezirksapostelbereich sowie in Gambia live miterlebbar. Dazu wurde die Predigt simultan in Albanisch, Armenisch, in die Deutsche Gebärdensprache (LGB), in Englisch, Georgisch, Litauisch sowie Russisch übersetzt.
Der nächste Gottesdienst nach dem Jahreswechsel ist am 5. Januar 2025. Er wird vor Ort in allen Gemeinden gefeiert und steht unter der Überschrift „Es ist Zeit, Gutes zu tun“, dem neuen Jahresmotto. Der nächste Besuch des Stammapostels ist am 9. März 2025 in Bottrop (Bezirk Ruhr-West).
3. Januar 2025
Text:
Frank Schuldt
Fotos:
Frank Schuldt
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