Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
São Tomé/Santana. Anfang Dezember lernte Bezirksapostel Pöschel die Gemeinden und Kirchenmitglieder auf São Tomé und Príncipe kennen. Auf dem Programm seines ersten Besuchs im neuen Amtsauftrag standen zwei Gottesdienste und mehrere Besprechungen. Besonders interessiert war der Bezirksapostel an den sozialen Projekten der Kirche auf den Inseln.
Der Inselstaat São Tomé und Príncipe liegt im Golf von Guinea, etwa 200 Kilometer vor der Küste Afrikas westlich vor Äquatorialguinea und Gabun. Dort leben rund 20.000 neuapostolische Christen, die sich in über 190 Gemeinden zu Gottesdiensten versammeln.
Bezirksapostel Stefan Pöschel reiste am Freitag, dem 6. Dezember 2024 über Portugal nach São Tomé. Von Lissabon aus begleitete ihn Apostel Dimitrios Diniz, verantwortlich für viele portugiesisch-sprachige Länder im Bezirksapostelbereich. Am Flughafen wurde der Bezirksapostel von einem Chor empfangen. „Die Gläubigen waren neugierig auf ihren neuen Bezirksapostel“, berichtet Apostel Diniz.
Treffen der leitenden Seelsorger
Den Samstag nutzte der Bezirksapostel, um die leitenden Seelsorger und Geistlichen des Landes besser kennenzulernen. In der Kirchenverwaltung in Vila Maria, südöstlich der Hauptstadt gelegen, hatten sich ein Apostel, zwei Bischöfe und 35 Bezirksvorsteher versammelt.
Im geistlichen Teil ging der Bezirksapostel auf den liturgischen Schlusssegen aus 2. Korinther 13,13 ein: „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen“. Dabei vertiefte er Gedanken des Stammapostels aus der Internationalen Bezirksapostelversammlung in Accra (Ghana).
Gottesdienst für Amtsträger
Nachmittags versammelten sich die Amtsträger der Insel mit ihren Partnerinnen in der Kirche in Santana (Bezirk Cantagalo). Den 427 Teilnehmern diente der Bezirksapostel mit dem Bibelwort aus 1. Chronik 28,20: „Und David sprach zu seinem Sohn Salomo: Sei getrost und unverzagt und mache es! Fürchte dich nicht und lass dich nicht erschrecken! Gott der Herr, mein Gott, wird mit dir sein und wird die Hand nicht abziehen und dich nicht verlassen, bis du jedes Werk für den Dienst im Hause des Herrn vollendet hast.“
Mit der Botschaft des Gottesdienstes machte der Bezirksapostel seinen Mitstreitern Mut: „Gott ist mit denen, die seinen Willen tun.“ Aufgabe der Gläubigen sei es, auf die Schöpfung zu achten, am eigenen Heil zu wirken, zum Heil anderer beizutragen sowie in der Kirche zu dienen.
Dabei sei Gott mit seinen Kindern, so der Bezirksapostel. Er ermuntere: „Habt keine Angst, ich bin hier, um euch zu helfen. Macht euren Teil, ich werde den meinen tun!“ Er rief dazu auf, zur Einheit in der Kirche Christi beizutragen und sich nicht von Problemen entmutigen zu lassen.
Medizinische Station
Im Anschluss an den Gottesdienst besuchte der Bezirksapostel die medizinische Station in Santana. Diese wurde 1996 zur allgemeinmedizinischen Versorgung der Bevölkerung auf dem Grundstück der Kirche errichtet und später um ein Labor erweitert. Ab 2003 kam eine Zahnstation hinzu. In den Folgejahren wuchs die Station immer weiter. Techniker und Zahnärzte aus Deutschland reisten ehrenamtlich auf die Insel, um Personal auszubilden und gekaufte und gespendete Gerätschaften zu installieren.
Für die Bevölkerung stehen zwei Behandlungsräume und ein gynäkologischer Bereich für Vorsorge- und Schwangerschaftsuntersuchungen zur Verfügung. Hinzu kommen ein Raum für Zahnreinigungen sowie eine Abteilung zur Herstellung von Zahnersatz. Hier gibt es einen modernen 3D-Drucker: Digitale Scans der Zähne werden nach Deutschland geschickt und dort aufbereitet. Mit diesen Daten drucken die Mitarbeiter vor Ort dann passgenaue Prothesen.
Auf der Insel verlieren viele Menschen durch den Konsum von Zuckerrohr und säurehaltigen Früchten schon früh ihre Zähne. Zahnpflege ist in dem Land in vielen Regionen noch immer ein Fremdwort – und es gibt auf der Insel nur zwei Zahnärzte.
Die Zahnstation gehört zur humanitären Organisation ANAC (Acção Nova Apostólica de Caridade) und ist die modernste im Land. Die Kirche und das kirchliche Hilfswerk NAK-karitativ unterstützen das Engagement finanziell durch die Ausbildung von Mitarbeitern in Deutschland sowie die Anschaffung von Geräten.
Gottesdienst auf dem Sportplatz
Am Sonntagmorgen, 8. Dezember 2024, feierte der Bezirksapostel einen weiteren Gottesdienst auf dem Sportgelände Água Crioula im Bezirk Me-Zochi Monte Café mit 2.874 Teilnehmern. In der Predigt auf Grundlage des Bibelworts aus Lukas 1,52.53 ging es um Gottes Verheißungen an Maria: „Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen. Die Hungrigen füllt er mit Gütern und lässt die Reichen leer ausgehen.“ Die Botschaft des Bezirksapostels in der Predigt: „Gott tut, was er sagt, vertrauen wir ihm!“ Manchmal müsse man dafür aber wie Maria Glauben, Vertrauen und Geduld aufbringen, um das zu erkennen.
Am Ende sei jeder Mensch auf die Gnade Gottes angewiesen. „Gott schenkt das Heil den Demütigen, die sich seiner Autorität unterstellen, seinen Willen tun und seinen Gesandten folgen“, so der Bezirksapostel.
Am Ende des Gottesdienstes ernannte Bezirksapostel Pöschel einen Bischof. Dieser betreut künftig die sechs Bezirke Lobata Santo Amaro, Lubata Guadalupe, Lemba A Neves, Lemba A Santa Catarina, Mezochi Ototó und Mezochi Madalena mit 74 Gemeinden. Zudem beauftragte der Bezirksapostel drei Bezirksvorsteher und vier Bezirksvorstehervertreter.
Abschluss mit Generalversammlungen
Nachmittags standen die Generalversammlung der Neuapostolischen Kirche São Tomé sowie die Generalversammlung der ANAC, des örtlichen Hilfswerks der Kirche, auf dem Programm.
Am Montagmorgen ging es für Bezirksapostel Pöschel und Apostel Diniz weiter nach Angola (Bericht folgt).
Nach dem Gottesdienst auf dem Sportgelände Água Crioula
3. Februar 2025
Text:
Frank Schuldt
Fotos:
Tim Schaefer-Rolffs
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