Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Westdeutschland/Herne. Apostel Thorsten Zisowski hatte die Geistlichen aus seinem Arbeitsbereich mit ihren Partnerinnen und Partnern am Freitag, 16. Mai 2025 zu einem Gottesdienst in die Zentralkirche Herne-Wanne-Eickel eingeladen. Dabei gab er Impulse für die Arbeit in der Gemeinde.
Grundlage für die Predigt im Gottesdienst war das Bibelwort aus 2. Chronik 31,21: „Und alles, was er anfing für den Dienst des Hauses Gottes nach dem Gesetz und Gebot, seinen Gott zu suchen, tat er von ganzem Herzen, und es gelang ihm.“
Zentrale Botschaft: Drei Säulen der Liebe
Am Beginn des Gottesdienstes stand ein klarer Appell: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und mit all deiner Kraft. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Diese dreifache Liebe – zu Gott, zum Nächsten und zu sich selbst – verglich Apostel Thorsten Zisowski mit einem Tisch mit drei Beinen: „Der kippt nicht – egal, wie gut oder schlecht man gearbeitet hat.“
Diese dreifache Liebe sei die tragende Grundlage des geistlichen Dienstes: „Es ist die Liebe zu Gott, die für einen tragfähigen Untergrund sorgt.“ Der Apostel rief dazu auf, den eigenen Auftrag als Amtsträgerin und Amtsträger mit Liebe und Hingabe zu erfüllen – nicht, um „das eigene Ding zu machen“, sondern im Dienst für die Gemeinde und in Verantwortung für die Gemeinschaft.
Übertragung auf den Dienst in der Gemeinde
Als Vorbild für das Dienen in der Gemeinde führte Apostel Zisowski König Hiskia an, über den in mehreren biblischen Büchern ausführlich berichtet wird. Dessen konsequente Wiederherstellung des wahren Gottesdienstes und seine Gottesfurcht sei „Best Practice“ für den geistlichen Dienst.
So habe der König allen Götzendienst entfernt, den Tempel gereinigt, die Türen erneuert und den Opferdienst wieder eingeführt. Ebenso gelte es heute, „auf die Türen der Gemeinde zu achten“ – also darauf, was hineingelassen und was draußen gehalten werde.
Hiskias innige Beziehung zu Gott zeigte sich auch in einer persönlichen Krise: Angesichts einer Todesankündigung durch den Propheten Jesaja rang er im Gebet mit Gott – und wurde erhört. Gott schenkte ihm 15 weitere Lebensjahre. Apostel Zisowski fragte: „Glaubst du, dass Gott um der Menschen willen seinen Willen noch einmal ändert?“ und forderte zum geistlichen Ringen im Gebet auf – für sich selbst, für die Gemeinde und für andere.
Abschließend rief der Apostel zur Demut und zum Bewusstsein über die eigene Berufung auf: „Du hast dich nicht selber dorthin gestellt – das war der Ruf Gottes.“ Es gehe nicht um persönliche Anliegen, sondern darum, „unter seinem Volk an unsterblichen Seelen zu wirken.“
Ermutigung für die Amtsträger
Der Gottesdienst solle Mut machen, das Werk Gottes mit Vertrauen und Einsatz fortzuführen, so der abschließende Wunsch des Apostels, der daran erinnerte: „Der Zweck der Gemeinde ist die Vorbereitung auf den Tag der Wiederkunft Jesu Christi.“
Impulse für die Arbeit als Amtsträger
Im Anschluss an den Gottesdienst gab Apostel Zisowski seinen Amtsträgerinnen und Amtsträgern noch Impulse für ihre kirchliche Arbeit. Der Fokus lag auf dem Dank für den treuen Dienst, organisatorischen Hinweisen und einem leidenschaftlichen Plädoyer für geistliche Authentizität.
Der Apostel begann mit Dank: „Herzlichen Dank, dass ihr den Dienst für Gott in der Gemeinde immer wieder meistert und Freiräume dafür schafft.“ Ein Dankeschön richtete er auch an die Familien, die den Dienst mittragen: „Es geht nur im Miteinander.“
Erfreulich sei die wachsende Zahl weiblicher Amtsträgerinnen: „Inzwischen wirken 29 Diakoninnen im Arbeitsbereich Nordwest.“ Das sei Ausdruck gewachsener Vielfalt in der Amtsstruktur. Die Neuapostolische Kirche hatte die Ordination von Frauen in ein geistliches Amt 2023 eingeführt.
Gottesdienste: Geistgewirkt statt papierlastig
Ein organisatorischer Hinweis galt der Dauer der Gottesdienste. Zisowski verwies auf die aktuellen Richtlinien für Geistliche: „Der Sonntagsgottesdienst soll 60 Minuten, der Wochentagsgottesdienst 45 Minuten dauern.“ Sakramentsspendungen oder Segenshandlungen könnten ihn in angemessener Weise verlängern.
Ein zentrales Anliegen war der Appell, stärker dem Heiligen Geist zu vertrauen – insbesondere bei der Gestaltung von Gottesdiensten: „Ich höre von Gottesdiensten, da wird gesagt: Das war ein richtig guter Vortrag – aber kein Gottesdienst.“
Der Apostel rief dazu auf: „Vertraut dem Heiligen Geist! Ihr braucht keine langen Konzeptpapiere oder Tablets, sondern die Verbindung zu Gott.“ Es gehe darum, Raum für spontane, geistgewirkte Predigt zu lassen.
Liturgie als Reichtum
Apostel Zisowski unterstrich die Bedeutung der einheitlichen Liturgie: Sie sei ein Schatz der Kirche, der weltweit verbinde: „In Singapur erlebst du den Gottesdienst genauso wie hier.“ Zugleich erinnerte er an die verbindlichen Formeln: „Wenn ihr unsicher seid, dann lest es doch einfach ab.“
Liturgische Elemente sollen eingehalten werden – mit Raum für Kreativität innerhalb des Rahmens, etwa bei musikalischen Beiträgen sowie vor und nach den Gottesdiensten.
Schulungsangebote und Gemeindeleitung
Der Apostel warb intensiv für die Schulungsangebote der Kirche: „Das ist wirklich hilfreich.“ Es gebe Fortbildungen zu theologischen Grundlagen, zur Amtsführung und vielem mehr - und viele Angebote mittlerweile auch digital. Das sei noch zu wenig bekannt: „Es kann unsere Arbeit in Gemeinde und Bezirk wirklich erleichtern.“
In Bezug auf Gemeindeorganisation riet er zu einer besseren Aufgabenverteilung: „Manchmal höre ich bei verschiedenen Aufgaben immer denselben Namen. Vielleicht ist da jemand überlastet – oder andere unterfordert.“ Es gelte, Verantwortung gleichmäßig zu verteilen und Belastungsgrenzen ernst zu nehmen.
Vertrauenskultur als Grundlage
Abschließend warb Apostel Zisowski für eine Kultur des Vertrauens: „Wer ein Amt trägt, lebt davon, dass man ihm vertraut.“ Verschwiegenheit sei dabei zentral: „Was ihr mir anvertraut, bleibt bei mir. Lasst uns diese Vertrauenskultur nicht durch Unachtsamkeit gefährden.“
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