Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Wiesbaden/Sinzig. Mit einem Festgottesdienst beging die Gemeinde Sinzig am ersten Septemberwochenende ihr 75-jähriges Bestehen. Apostel Opdenplatz würdigte die Geschichte der Gemeinde, die durch die Flutkatastrophe 2021 überregional bekannt wurde.
Die Gemeinde Sinzig (Bezirk Wiesbaden) wurde 1950 gegründet und ist seitdem Teil des kirchlichen Lebens in der Region. Prägend für die Gemeinde bleibt der Sommer 2021: Nach massiven Regenfällen rollt eine Flutwelle durch das Ahrtal, die Wohnhäuser, Gewerbeflächen und das nahe am Fluss gelegene Kirchengebäude überschwemmt. Bilder der Zerstörung gehen deutschlandweit durch die Medien.
Enorme Hilfsbereitschaft
Die Katastrophe löst deutschlandweit eine enorme Hilfsbereitschaft aus. Hirte Ulrich Thurau, Vorsteher der Gemeinde Sinzig, übernahm in dieser Ausnahmesituation zusätzlich zu seiner seelsorgerischen Aufgabe das Management der Fluthilfe rund um die Gemeinde. Er koordinierte Hilfsanfragen und vermittelte finanzielle Unterstützung an betroffene Mitglieder.
Vorläufig konnte die Kirche wegen der Sanierungsarbeiten nicht für Gottesdienste genutzt werden. Im Mai 2022 feierte die Gemeinde schließlich den Wiederbezug ihres Kirchengebäudes. In der Übergangszeit fanden die Gottesdienste im Gebäude einer Freikirche in der Nähe statt.
Gottesdienst zum Jubiläum mit Vorsteherwechsel
Unter anderem an diese Zeit erinnerte Apostel Gert Opdenplatz im Jubiläumsgottesdienst zum 75-jährigen Bestehen. Grundlage für die Predigt war das Bibelwort aus Habakuk 2, 20: „Aber der Herr ist in seinem heiligen Tempel. Es sei stille vor ihm alle Welt!“
Im Gottesdienst wurde Hirte Thurau nach 45 Jahren Amtstätigkeit, davon 26 Jahre als Gemeindevorsteher, in den Ruhestand verabschiedet. Seit 2023 war er auch für die Nachbargemeinde Neuwied zuständig. Apostel Opdenplatz würdigte die vielfältigen Aufgaben, die der 65-Jährige im Lauf der Jahre übernommen hatte. Dabei erwähnte er besonders den Einsatz im Nachgang der Flutkatastrophe, als er vielen Menschen praktische Hilfe und Trost vermitteln konnte.
Als Nachfolger wurde Priester Simon Caspari als Gemeindevorsteher für Sinzig und Neuwied beauftragt, Priesterin Jutta Caspari (seine Mutter) zur stellvertretenden Vorsteherin ernannt. Zudem ordinierte der Apostel zwei Diakone für den Dienst in den beiden Gemeinden.
Nach dem Gottesdienst gratulierte der Bürgermeister von Sinzig der Gemeinde zum Jubiläum. In seinem Grußwort griff Andreas Geron einen Gedanken aus der Predigt auf: „Nur wer still ist, kann gut zuhören.“ In einer Welt voller Lautstärke wolle er diesen Impuls für seine eigene Tätigkeit mitnehmen.
Rückblick auf die Geschichte
Die Neuapostolische Kirchengemeinde Sinzig wurde im Juli 1950 gegründet, nachdem bereits ab 1948 Gottesdienste in der Region stattgefunden hatten. Für die ersten Zusammenkünfte wurden Räume einer Handelsschule genutzt. 1962 besuchte mit Stammapostel Walter Schmidt der internationale Kirchenleiter Sinzig und feierte einen Gottesdienst im Helenensaal.
1967 konnte das eigene Kirchengebäude an der Hohenstaufenstraße bezogen werden, das bis heute als Gotteshaus dient. Die Gemeinde entwickelte sich stetig, wuchs durch Zuzüge und wurde mehrfach organisatorisch neu zugeordnet, zuletzt zur Gebietskirche Westdeutschland (seit 2018).
Die Gemeinde zählt derzeit 176 Mitglieder. Diese werden im Gemeindeverbund mit Neuwied von sieben Diakonen und fünf Priestern betreut.
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