Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Dieburg. Die neuapostolische Gemeinde in Dieburg hat einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu ihrem neuen Kirchengebäude erreicht: Ende August feierten die Gemeindemitglieder Richtfest für ihr künftiges Zuhause. Es soll im Herbst 2027 fertiggestellt werden.
Der Rohbau des neuen Kirchengebäudes steht bereits. Gemeinsam mit Gemeindemitgliedern, dem Architekten und weiteren Gästen feierte die Gemeinde Dieburg am Samstag, 29. August 2026, ab 13 Uhr die Grundsteinlegung und das Richtfest für ihr neues Kirchengebäude am Niebergallweg.
Richtfest am Samstag
Den Auftakt des Festakts gestaltete der Gemeindechor mit dem Lied „Ziehe deine Schuhe aus, denn der Ort, wo du stehst, ist heilig“. Gemeindevorsteher Evangelist Andreas Reinhardt griff den Gedanken des Liedes auf und erinnerte daran, dass das neue Kirchengebäude ein Ort des Gebets, der Verkündigung und der Gemeinschaft sein werde.
Der für den Bezirk Darmstadt zuständige Apostel Gerd Kisselbach würdigte das Bauprojekt als etwas Besonderes und dankte allen Beteiligten, die zum Gelingen des Neubaus beitragen.
Für die weitere Bauphase gab Apostel Kisselbach den Anwesenden ein Wort aus 1. Chronik 28,20 mit auf den Weg: „Sei getrost und unverzagt.“ In einem gemeinsamen Gebet bat Bischof Jürgen Kramer um Gottes Segen für die verbleibenden Bauarbeiten und für das künftige Gemeindeleben im neuen Kirchengebäude.
Neubau ersetzt bisheriges Kirchengebäude
Der Neubau entsteht am bisherigen Standort der Neuapostolischen Kirche in Dieburg. Das frühere Kirchengebäude entsprach aufgrund seiner begrenzten Kapazität und seines baulichen Zustands nicht mehr den Anforderungen der Gemeinde. Es war nicht barrierefrei, bot nicht das erforderliche Raumangebot und wies zahlreiche Bauschäden mit entsprechend hohem Instandsetzungsbedarf auf.
Seit dem letzten Gottesdienst und der Entwidmung der bisherigen Kirche feiert die Gemeinde Dieburg ihre Gottesdienste übergangsweise in der Kirche St. Wolfgang in der Berliner Straße 35 in Dieburg. Die Nutzung dort begann am 8. März 2026.
Quadratisches Gebäude
Der eingeschossige Neubau erhält neben dem rund 101 Quadratmeter großen Kirchensaal zwei Mehrzweckräume, eine Sakristei, ein Foyer mit Garderobe, eine Teeküche sowie Sanitär- und Technikräume. Der gesamte Neubau wird barrierefrei erschlossen. Der vorliegende Grundriss sieht für den Kirchensaal 95 Sitzplätze sowie zwei jeweils rund 21 Quadratmeter große Mehrzweckräume vor.
Die beiden Mehrzweckräume können durch das Öffnen einer mobilen Trennwand zu einem größeren Raum zusammengefasst werden. Eine Öffnung zum Kirchensaal ist dagegen nicht vorgesehen. Einer der Mehrzweckräume erhält über ein nach oben offenes Atrium Tageslicht und eine natürliche Belüftung. Kirchensaal, Sakristei und beide Mehrzweckräume verfügen jeweils über einen eigenen zweiten Fluchtweg.
Kompakter Baukörper für begrenztes Grundstück
Architekt des Neubaus ist Eugen Jagen aus der Bauabteilung der Kirchenverwaltung in Dortmund. „Die Planung musste insbesondere die begrenzte Grundstücksfläche und die nach der Stellplatzsatzung der Stadt Dieburg erforderlichen Parkflächen berücksichtigen“, berichtet er im Vorgespräch. Entstanden ist deshalb ein kompakter, eingeschossiger Baukörper. Der Kirchensaal hebt sich durch seine doppelte Gebäudehöhe von den übrigen Räumen ab und bildet den prägenden Teil des Neubaus.
„Uns war wichtig, trotz der begrenzten Grundstücksfläche ein kompaktes und wirtschaftliches Gebäude zu entwickeln, das alle wesentlichen Anforderungen der Gemeinde erfüllt. Der neue Kirchensaal bildet durch seine Höhe und Ausrichtung bewusst den prägenden Teil des Gebäudes“, erläutert Architekt Jagen.
Das Foyer bildet den zentralen Erschließungs- und Begegnungsbereich. Von dort sind auf der einen Seite der Kirchensaal, die beiden Mehrzweckräume und die Sakristei angeordnet, auf der anderen Seite befinden sich die für den Gemeindebetrieb erforderlichen Nebenräume.
Fertigstellung im Herbst 2027
Bauherr des Neubaus ist die Neuapostolische Kirche Westdeutschland. Die Fertigstellung des Kirchengebäudes ist für September 2027 vorgesehen. Die Bauleitung vor Ort obliegt Architekt Christian Gruber aus Frankfurt.
Zeitkapsel für kommende Generationen
Ein besonderer Moment des Festes war das Einbetonieren einer Zeitkapsel im Altarbereich. Die Kupferhülse wurde mit Fotos, Erinnerungsstücken, Briefen, Kinderzeichnungen und weiteren Dokumenten aus dem Gemeindeleben gefüllt. Damit hinterlässt die heutige Generation eine Botschaft für die Zukunft.
Nach dem offiziellen Teil nutzten die Besucher die Gelegenheit zum Austausch und zur Begegnung bei Gulaschsuppe, Getränken und einem gemeinsamen Beisammensein.
2. September 2026
Text:
Lena Grieme,
Frank Schuldt
Fotos:
Frank Schünemann,
Gerald Wurm
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