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Banner über dem Haupteingang des Seniorenzentrums "Gute Hoffnung"

Impfaktion
im Seniorenzentrum „Gute Hoffnung“

 

Oberhausen. Am 1. und 22. Januar 2021 fanden im Neuapostolischen Seniorenzentrum „Gute Hoffnung“ die von den Behörden vorgesehenen Impfungen gegen COVID-19 statt. Der überwiegende Teil der Bewohner und Mitarbeiter nahm das Angebot an. Im Seniorenzentrum „Haus Löhnbachtal“ in Fröndenberg, ebenfalls in Trägerschaft der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland, sind die Impfungen im Februar vorgesehen.

93 Prozent der 165 Bewohner und Mitarbeiter haben sich im Januar 2021 für eine Impfung gegen COVID-19 entschieden, berichtet das Seniorenzentrum „Gute Hoffnung“ in Oberhausen-Sterkrade. Nachdem Bewohner und Mitarbeiter versorgt waren, blieben am Ende noch Impfdosen übrig, so dass weitere Personen immunisiert werden konnten.

Mehr Impfstoff verfügbar als bestellt

Die überzähligen Dosen ergaben sich insbesondere durch vor der Impfung nicht endgültig sichere und schwer planbare Aussagen zur Impfbereitschaft von Bewohnern und Mitarbeitern.

Zum anderen standen durch die Überfüllung der Impfampullen seitens des Herstellers mehr Impfdosen zur Verfügung. „Wir konnten mit jeder Ampulle nicht nur fünf, sondern sechs Personen impfen“, berichtet Stefan Welbers, Leiter des Seniorenzentrums „Gute Hoffnung“. Diese sechste Dosis durfte zum Zeitpunkt der Impfaktion jedoch nicht im Vorfeld offiziell verplant werden. Inzwischen hat die Europäische Arzneimittelagentur die Entnahme von sechs Dosen freigegeben.

„Es galt also, an diesem arbeitsfreien ersten Tag des neuen Jahres pragmatische Lösungen für die überzähligen Impfdosen zu finden“, sagt Stefan Welbers. „Oberstes Ziel für den Impfarzt und sein Team war, dass jeder Tropfen Impfstoff eingesetzt wird und nichts vernichtet werden muss.“

Angebot an weitere Impfwillige

Unter anderem bat das Seniorenzentrum Bezirksapostel Rainer Storck in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der Muttergesellschaft um Annahme einer der freigewordenen Impfdosen. Die Entscheidung, das Angebot anzunehmen, traf der Bezirksapostel nach der Zusicherung der Verantwortlichen, dass dadurch keiner anderen Person eine Impfdosis vorenthalten werde. Diese Bedingung war am 1. Januar erfüllt, da der zuständige Impfarzt nur weitere Personen ohne Vorerkrankungen akzeptierte.

Am Ende gelang es, für alle überzähligen Dosen einen Empfänger zu finden. Geimpft werden konnten beispielsweise noch Angehörige der Mitarbeiter des Seniorenzentrums, die Frau von Bezirksapostel Storck sowie Polizeibeamte der örtlichen Wache.

Notwendige Voruntersuchungen nicht leistbar

Im Nachgang zur Impfaktion kam die Frage auf, warum die überzähligen Impfdosen nicht betagten Personen aus der Nachbarschaft angeboten wurden. „Wir mussten in kürzester Zeit impfwillige Personen erreichen, bei denen keine chronischen Vorerkrankungen mit entsprechend aufwändiger Medikation und dahinterstehender Wirkung und Wechselwirkung von Medikamenten auf den Impfstoff bestehen“, stellt Stefan Welbers klar. Die notwendigen Voruntersuchungen wären vor Ort durch den Impfarzt und sein Team nicht leistbar gewesen.

Wegen der Risiken kamen daher beispielsweise die betagten Bewohner aus den nahegelegenen Seniorenwohnungen zu diesem Zeitpunkt nicht für eine Impfung in Frage.

Zudem wollten und sollten der Impfarzt und das Seniorenzentrum der Impfstrategie und den Vorbereitungen der Stadt Oberhausen mit vorzeitigen Impfungen der Personengruppe Über-80-Jahre nicht widersprechen beziehungsweise zuwiderhandeln.

Jeden Tropfen verimpfen

„Ich bin dankbar, dass wir den zur Verfügung stehenden Impfstoff komplett verimpfen und so noch mehr Personen geschützt werden konnten als ursprünglich gedacht“, so das Resümee von Stefan Welbers.

Bezirksapostel Rainer Storck äußert Verständnis dafür, wenn über seine Impfung kontrovers diskutiert wird – gerade angesichts der aktuellen Impfstoffknappheit. Viele Betroffene warteten derzeit noch auf einen Impftermin.

„Ich kann die Kritik an meiner Entscheidung, das Impfangebot anzunehmen, nachvollziehen.“ Gleichzeitig sei zu Jahresbeginn das Ausbleiben der vorgesehenen Lieferungen der Impfhersteller in den Folgewochen nicht absehbar gewesen. Bezirksapostel Storck: „Unabhängig davon bedaure ich, wenn meine Entscheidung zu Verärgerung geführt hat. Dies tut mir sehr leid. Ich bitte um Entschuldigung.“

Das Seniorenzentrum „Gute Hoffnung“ hat Hintergrundinformationen zur Impfaktion auf seiner Internetseite veröffentlicht.

Banner über dem Haupteingang des Seniorenzentrums "Gute Hoffnung"

5. Februar 2021
Text: Frank Schuldt
Fotos: Pixabay, Frank Schuldt

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Impfstoff gegen COVID-19
Rückwärtige Ansicht des Seniorenzentrums "Gute Hoffnung"
 

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