Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Westdeutschland/Köln/Bonn. „Wir haben ein paar Fragen, Gedanken und Ideen, die wir gern mit dir vertiefen würden“, schrieben Jugendliche an Bezirksapostel Storck. Das Ergebnis: Zwei Jugendstunden. In Euskirchen diskutierten 50 Jugendliche mit dem Kirchenpräsidenten über Frieden.
Im Gottesdienst am Jugendwochenende 2022 hatte Bezirksapostel Rainer Storck Anfang April die Jugendlichen ermuntert, eine „Friedensbewegung“ zu gründen und in ihrer Gemeinde sowie dem Umfeld den Frieden zu erhalten und zu fördern. Jugendliche aus den Kirchenbezirken Bonn, Köln-Ost und -West hatten sich daraufhin Gedanken dazu gemacht, um welche Themenfelder es geht und wie sich dies konkret umsetzen lässt.
Das Ergebnis stellten sie Bezirksapostel Storck im Rahmen einer Jugendstunde am 16. August 2022 vor und diskutierten mit dem Leiter der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland über das Thema. Wenige Tage zuvor hatte der Bezirksapostel schon eine erste Jugendstunde durchgeführt – mit dem Schwerpunktthema „Online und Präsenz“.
Was kann ich für andere tun?
Wie verhindert man, dass der innere Friede bedroht wird, weil mir das Leid anderer Menschen sehr nahe geht, so die erste Frage an den Bezirksapostel. „Wir leiden mit – das hat Jesus auch getan, aber am Ende können wir vieles nur in die Hände Gottes legen“, antwortete dieser. Gott sei für alle Menschen da. „Ich persönlich bitte Gott auch darum, mir zu zeigen, was ich für andere tun kann und wie ich meinen Teil beitragen kann.“
Wichtig für jeden einzelnen sei es, die Eindrücke nicht zu verdrängen, sondern ganz bewusst zu verarbeiten.
Einfach mal abschalten
Im Anschluss ging es um Hetze im Internet und den teils zunehmend aggressiven Umgang in den sozialen Netzwerken. Hier plädierte der Bezirksapostel, wie im Alltag als Christ Verantwortung zu übernehmen. Wichtig sei aber hier der respektvolle, sachliche Umgang und die Deeskalation. „Manchmal hilft es, eine Sache über Nacht ruhen zu lassen oder einen Dritten um Rat zu fragen“, empfahl er. Zudem müsse man nicht alles lesen, was in irgendwelchen Foren geschrieben werde. Oft handele es sich um Einzelpersonen, die nur besonders laut seien.
Als sich auf die Frage des Bezirksapostels, wer denn nachts sein Mobilgerät anhabe und auf Nachrichten reagiere, einige meldeten, ergänzte er: „Manchmal sollte man sein Handy auch einfach mal abschalten.“
Frieden entwickeln
Daneben sei jeder aufgerufen, den Frieden als die von Paulus beschriebene „Frucht des Geistes“ zu pflegen. „Der Heilige Geist wirkt im Gottesdienst. Wenn wir das Wort aufnehmen, kann der Friede in uns wachsen.“ Grundlegend dafür sei es jedoch, mit sich selbst zufrieden zu sein.
Bezüglich des Bewahrens des Friedens führte der Kirchenleiter aus, dass manche Menschen die Gabe hätten, Konflikte zu moderieren, zu deeskalieren und zu lösen. „Wer das kann, der ist aufgerufen, die Fähigkeit aktiv einzusetzen.“
Fragerunde
In der anschließenden Fragerunde sprachen die jungen Gläubigen verschiedene Themen an. So wurde der Bezirksapostel nach dem Beitrag der Kirche im Kampf gegen den Klimawandel gefragt. Dieser schilderte kurz, dass sich die Kirchenleitung dazu seit Jahren Gedanken mache. So gebe es Projekte zur Regenwasserversickerung, die Heizungsanlagen in den Kirchen würden modernisiert und bei Neubauten werde auf die Nachhaltigkeit geachtet. „Zudem machen wir uns Gedanken zum Energiesparen in den kommenden Wintermonaten.“
Wie viele schwarze Anzüge der Bezirksapostel besitze, wollte eine Jugendliche wissen. Derzeit besitze er fünf Stück. „Die leiden bei der Luftfeuchtigkeit von teils 100 Prozent in einigen afrikanischen Ländern stark – ich brauche regelmäßig neue.“
„Ich brauche die Gemeinschaft“
Und geht er auch im Urlaub zum Gottesdienst? „Für mich ist es eine große Freude, Gottesdienst zu erleben – egal wer diesen durchführt. Ich brauche die Gemeinschaft in den Begegnungen mit meinen Glaubensgeschwistern.“ Deshalb besuche er wann immer es gehe die Präsenzgottesdienste.
Angesprochen auf die Umfrage zu den Wochentagsgottesdiensten versprach der Bezirksapostel, dass es bis Ende des Jahres Informationen gebe. Seine Position sei weiterhin, dass er nach Möglichkeit vor Ort an einem kirchlichen Angebot in der Woche festhalten wolle. Wenn kein Priester verfügbar sei, könne auch ein Wortgottesdienst durch einen Diakon oder eine Andacht gehalten werden.
Bei der Frage nach der möglichen Ordination von Frauen bat er um Geduld – inzwischen hat die Kirchenleitung das Ergebnis der Beratungen zum Thema vorgestellt.
Angesprochen auf die Weiterentwicklung der Gottesdienstliturgie zeigte er sich grundsätzlich offen. Allerdings sei ein Gottesdienst für ihn kein Event und kein Musical. In den Gottesdiensten für Kinder gebe es mehr interaktive Elemente – und in den Gottesdiensten für Jugendliche ebenfalls mehr Spielräume.
Gemütlicher Ausklang mit Hotdogs
Am Ende bedankten sich die Jugendlichen mit einem „Spezialitätenkorb“ beim Bezirksapostel für seinen Besuch. „Es war mir ein Vergnügen“, so der Bezirksapostel. Er habe sich über das Engagement der Jugendlichen und die spannenden Fragen gefreut.
Anschließend blieb der Bezirksapostel noch auf einen Hotdog. Die Jugendstunde für die jungen Gläubigen aus den Bezirken Bonn, Köln-Ost und -West klang beim Imbiss gemütlich aus.
14. Oktober 2022
Text:
Frank Schuldt
Fotos:
Frank Schuldt
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