Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Westdeutschland. Seit dem Start der Pandemie können Kirchenmitglieder ohne Internetzugang sonntags und mittwochs per Telefon über eine zentrale Nummer die auf dem YouTube-Kanal der Neuapostolischen Kirche übertragenen Gottesdienste verfolgen. Dieses Angebot wird nun Ende März 2024 beendet. Die Gemeinde-Rufnummern bleiben als Alternative erhalten.
Die Neuapostolische Kirche Westdeutschland bietet ihren erkrankten oder ans Haus gebundenen Mitgliedern seit vielen Jahren die Möglichkeit, Gottesdienste live per Telefon mitzuerleben. Früher gab es einmal im Monat eine zentrale Übertragung. Angemeldete Teilnehmer wurden dann angerufen.
Seit 2019 wurden immer mehr Kirchen mit eigenen Telefonanschlüssen ausgestattet, sodass sich die Gläubigen in einen „digitalen Konferenzraum“ einwählen und die Gottesdienste aus ihren örtlichen Gemeinden verfolgen können. Die Zugangsnummern erhalten die Kirchenmitglieder bei den Seelsorgern ihrer Gemeinden.
Wöchentliche zentrale Telefongottesdienste
Als 2020 für mehrere Wochen alle Präsenzgottesdienste in den Gemeinden ausgesetzt werden mussten, führte die Gebietskirche Westdeutschland zusätzlich zu den Übertragungen der Gottesdienste via YouTube zentrale Übertragungen per Telefon ein. Dieses Angebot nutzten im Lockdown der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 teils bis zu 5.000 Zuhörer. Im Schnitt waren es in dem Jahr rund 2.800 Zuhörer je Gottesdienst.
Für die Anrufer ist die Nutzung dieses zentralen Angebots mit Flatrate kostenfrei möglich, doch die Kirche zahlt pro Minute und Teilnehmer einen Beitrag an den entsprechenden Anbieter. 2020 bedeutete das für die Telefon-Angebote rund 177.000 Euro, ein Jahr später immer noch über 125.000 Euro. Zuletzt summierten sich die Kosten auf rund 40.000 Euro im Jahr.
Seitdem kann jeden Sonntag (und seit Wiederaufnahme der Präsenzgottesdienste auch jeden Mittwoch) der zentrale Videogottesdienst auch via Telefon über die Rufnummer +49 69 5060 9806 miterlebt werden. Doch die Teilnehmerzahlen sind rückläufig. Derzeit nehmen hier nur noch bis zu 250 Teilnehmer die Möglichkeit der Einwahl über Telefon wahr, davon einige aus anderen Regionen Deutschlands oder dem Ausland.
Möglichkeiten vor Ort
Inzwischen gibt es jedoch in jedem Bezirk mehrere Gemeinden mit Telefonanschluss. Die Kirchenmitglieder ohne Internetzugang können also örtliche Gottesdienste aus ihrer Region per Telefon verfolgen. Über diese Gemeinde-Telefonnummern werden auch die Übertragungsgottesdienste gesendet. Im Gegensatz zu der Zentralrufnummer fallen bei den Telefonanschlüssen in den Gemeinden keine zusätzlichen Kosten an.
Nach dem 31. März 2024 werden deshalb die zentralen Rufnummern abgeschaltet. Das entlastet auch die ehrenamtlichen Mitarbeiter, die die Übertragungen seit 2020 betreuen. Die Gemeinde-Rufnummern bleiben erhalten und stehen als Alternative für die wenigen verbliebenen Nutzer zur Verfügung.
„Die Seelsorger sind gebeten, den Geschwistern ohne Internetzugang die örtlichen Rufnummern mitsamt der vierstelligen Pin-Nummer mitzuteilen“, schreibt die Kirchenleitung im Monatsrundschreiben für die Amtsträgerinnen und Amtsträger, Ausgabe März 2024. Die Nutzer der zentralen Telefonnummern werden zudem im März vor den Gottesdiensten über das Ende des Angebots per Ansage informiert und gebeten, sich an ihre zuständigen Seelsorger zu wenden.
5. März 2024
Text:
Frank Schuldt
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