Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Dortmund. Am 9. Juni 2024 jährt sich zum 40. Mal die Eröffnung des Verwaltungsstandorts der Neuapostolischen Kirche in Dortmund am Westfalendamm/Ecke Kullrichstraße. Der Festakt fand anlässlich des Pfingstfests 1984 mit Stammapostel Urwyler statt.
Mit der Ordination von Apostel Hermann Engelauf zum Bezirksapostel für Nordrhein-Westfalen am 26. Oktober 1980 durch Stammapostel Hans Urwyler in Minden begann für die Gebietskirche ein neuer Zeitabschnitt: In wenigen Monaten teilte der neue Bezirksapostel die zum Teil sehr große Bezirke auf. Die Weitsicht der Gebietsreform zeigte sich darin, dass sie bis 2005 Bestand hatte.
Gleichzeitig begann in den Folgejahren eine verstärkte Reisetätigkeit durch die Übernahme von Verantwortung für einige Länder außerhalb Deutschlands, in denen Gemeinden gegründet wurden. Dadurch wurden mehr Mitarbeiter für die Koordination sowie Planung benötigt. Dazu reichten die bestehenden Verwaltungsräumlichkeiten nicht aus.
Neuer Standort am Wohnsitz von Walter Schmidt
Die Kirchenverwaltung von Nordrhein-Westfalen war damals minimalistisch in einem Wohngebäude neben der Kirche Dortmund-Nord in der Braunschweiger Straße in Dortmund untergebracht. Der Gedanke von Bezirksapostel Engelauf war, auf dem Gelände am Westfalendamm 88 in Dortmund ein neues Verwaltungsgebäude zu errichten.
In Obergeschoss des heute denkmalgeschützten Gebäudes hatte Stammapostel Walter Schmidt seinen Wohnsitz und es war bis Ende der 70er-Jahre auch Sitz der weltweiten Verwaltung der Neuapostolischen Kirche im Erdgeschoß.
Bezirksapostel Engelauf wollte an diesem historischen und traditionsreichen Standort festhalten und beauftragte die Bauabteilung unter der ehrenamtlichen Leitung von Bezirksältester Günter Eickhoff aus dem Kirchenbezirk Wuppertal, einen Verwaltungsneubau auf diesem Gelände zu planen.
Zustimmung des Stammapostels
Mit zusätzlichen Aufgaben wuchs auch die Zahl der Mitarbeiter in der Kirchenverwaltung. So wurde im April 1981 auch der junge Architekt Jürgen Skupin als Mitarbeiter in der Bauabteilung der Kirchenverwaltung eingestellt (später leitete er von 2006 bis 2019 die Abteilung). Bis dahin war nur ein grobes Konzept für den Neubau eines Verwaltungsgebäudes vorhanden.
Bezirksapostel Engelauf nahm die Pläne mit zu einem Treffen mit dem damaligen Stammapostel Hans Urwyler nach Zürich (Schweiz). „Ein paar Tage danach kam er voller Stolz in eine unserer Baubesprechungen und zeigte uns die Signatur der Pläne mit dem Namenskürzel HU des Stammapostels“, berichtet Jürgen Skupin. Das war der Start für weitere Planungen bis hin zum Bauantrag.
Jürgen Skupin hatte damals noch Einfluss auf die Gestaltung der obersten Dachgeschoßebene. „So entstand die obere Maisonett-Etage mit dem Kupferdach, die dem Trend der Architektur der 80er Jahre folgend nicht mehr als starres Verwaltungsgebäude geplant war, sondern eher an ein Wohngebäude oder ein Hotel erinnert“, berichtet der Architekt. Im ähnlichen Stil entstand wenig später auch der Neubau der Kirchenverwaltung der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland in Stuttgart.
Baubeginn 1982
Das Baugenehmigungsverfahren gestaltete sich langwierig und schwierig. Das gesamte ursprüngliche Grundstück hatte Parkcharakter. Die Stadt Dortmund bemängelte den Verlust des alten Baumbestands und verlangte entsprechenden Ausgleich. Als alle Nachweise erbracht waren, kam dann im Sommer 1982 die Baugenehmigung.
Damit startete die „heiße Phase“ der Ausführungsplanung, wie sich Jürgen Skupin erinnert. Bezirksapostel Engelauf favorisierte im Zuge der Ausschreibungen neuapostolische Bauunternehmen. Bis auf wenige Ausnahmen gelang dies auch. So erhielt die Firma Hoffmann & Meier schließlich den Auftrag für die Rohbauarbeiten. Evangelist Hoffmann war damals Gemeindevorsteher von Castrop-Rauxel-Ickern und Priester Meier diente in derselben Gemeinde.
Die Grundsteinlegung wurde am 11. November 1982 traditionell mit allen Beteiligten durchgeführt, sogar Bezirksapostel i.R. Emil Schiwy und Julie Schmidt (Gattin des verstorbenen Stammapostels Walter Schmidt) waren zugegen. Im Grundstein findet sich eine Urkunde mit den Unterschriften der damaligen Apostel, des Verwaltungsleiters Horst Dietrich und des Architekten, Bezirksältester Eickhoff sowie dem Bibelwort aus Offenbarung 1,4: „Wo der Herr nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen. Wo der Herr nicht die Stadt behütet, so wacht der Wächter umsonst.“
Bauabteilung gefordert
Die Hoheit für die weitere Entwicklung des neuen Verwaltungsgebäudes lag jetzt in den Händen der Bauabteilung, die, räumlich abgekoppelt von der Verwaltung in der Braunschweiger Straße, bis zum Bezug des neuen Verwaltungsgebäudes ihren Sitz in die ehemaligen Büroräume der alten Verwaltung am Westfalendamm 88 verlegte.
"Ich erinnere mich noch, wie während der Bauzeit, an einem Freitagnachmittag, der gerade frisch ordinierte Apostel Armin Brinkmann zu uns ins Büro am Westfalendamm 88 kam und fragte, ob er mal spontan die Baustelle besichtigen könne“, schmunzelt Jürgen Skupin. Das wurde dann kurzfristig ermöglicht.
Abschluss der Arbeiten bis Pfingsten 1984
Ziel war es, das Bauvorhaben bezugsfertig bis Pfingsten 1984 abzuschließen, was nur mit großen Anstrengungen möglich war. Zu Pfingsten 1984 wurde Stammapostel Urwyler in der Westfalenhalle Dortmund erwartet. Der Pfingstgottesdienst wurde erstmals in alle Hallen per Bild und Ton übertragen. Ein außergewöhnlich modernes Konzept in der damaligen NAK-Welt.
Zur Vorbereitung der Eröffnung der Kirchenverwaltung gründete Bezirksapostel Engelauf eine Arbeitsgruppe unter Leitung der Apostel Hermann Magney und Friedrich Wömpner. „Unsere Herzen, die wir es wissen dürfen, schlagen jetzt schon in Dankbarkeit, aber auch in heiliger Sorge“, schrieb der Bezirksapostel damals in der Einladung.
Feierstunde mit dem Stammapostel
Die Einweihung des neuen Verwaltungsgebäudes fand am Samstag, dem 9. Juni 1984 um 10 Uhr im Rahmen einer Feierstunde statt. Diese führte Stammapostel Hans Urwlyer in Begleitung von 40 Aposteln im Feierraum durch, der im historischen Gebäude Westfalendamm 88 beheimatet ist. Über einen Zwischenbau gelangt man von dort in das eigentliche neue Verwaltungsgebäude.
Fertiggestellter Verwaltungsneubau 1984
8. Juni 2024
Text:
Frank Schuldt
Fotos:
Bildarchiv
Datenschutzeinstellungen
Mit Hilfe einiger zusätzlicher Dienste können wir mehr Funktionen (z.B. YouTube-Video-Vorschau) anbieten. Sie können Ihre Zustimmung später jederzeit ändern oder zurückziehen.
Datenschutzeinstellungen
Diese Internetseite verwendet notwendige Cookies, um die ordnungsgemäße Funktion sicherzustellen. Jeder Nutzer entscheidet selbst, welche zusätzlichen Dienste genutzt werden sollen. Die Zustimmung kann jederzeit zurückgezogen werden.
Einstellungen
Nachfolgend lassen sich Dienste anpassen, die auf dieser Website angeboten werden. Jeder Dienst kann nach eigenem Ermessen aktiviert oder deaktiviert werden. Mehr Informationen finden sich in der Datenschutzerklärung.