Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
NRW/Herne-Wanne-Eickel. Mit einer umfassenden Neuordnung der Bezirke hat die Neuapostolische Kirche in Nordrhein-Westfalen im Herbst 2005 ein neues Kapitel aufgeschlagen. Die Strukturreform wurde vor 20 Jahren mit einem Gottesdienst in Herne-Wanne-Eickel eingeleitet. Ein Rückblick auf den tiefgreifenden organisatorischen Wandel.
Am 11. September 2005 begann die Umsetzung der Reform in der damaligen Gebietskirche Nordrhein-Westfalen mit einem Rundschreiben des damaligen Bezirksapostels Armin Brinkmann, das in allen Gemeinden verlesen wurde. Darin erläuterte er die neue Bezirksstruktur und rief dazu auf, auch über die Bezirksgrenzen hinaus aktiv zu bleiben: „Ich möchte euch ermuntern, bezirksübergreifende Aktivitäten in mancherlei Bereichen wie Musik, Senioren- oder Jugendarbeit durchzuführen.“
Eine begleitende Broschüre stellte die Ziele und Hintergründe der Neugliederung ausführlich dar.
Zielgerichtete Veränderungen
Mit der Reform sollte die Bezirksstruktur an die tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort angepasst werden. In der Broschüre wurden drei Hauptziele benannt: eine bessere Betreuung der Gemeinden, die Förderung gemeinschaftlicher Aktivitäten auch über Bezirksgrenzen hinweg sowie eine ausgewogene Verteilung der Arbeitslast für die Bezirksvorsteher. Dabei wurden bestehende Verbindungen unter den Gemeinden bewusst berücksichtigt.
Die Neugliederung bedeutete konkret: Einige Bezirke wurden neu geschaffen, andere in ihrer Ausdehnung verändert oder zusammengelegt. Insgesamt sollte so eine stabile Struktur entstehen, die auf absehbare Zeit Bestand haben konnte.
Gottesdienst mit Amtshandlungen
Am Mittwochabend, dem 21. September 2005, kamen alle Bezirksämter und Gemeindevorsteher zu einem zentralen Gottesdienst in Herne-Wanne-Eickel zusammen. In diesem setzte Bezirksapostel Brinkmann die neue Struktur offiziell in Kraft – mit Wirkung zum 25. September 2005.
Gleichzeitig wurden sechs neue Bezirksvorsteher beziehungsweise -vertreter beauftragt: Ulrich Hedtfeld (Dortmund-Ost) und Karl-Erich Makulla (Hamm) empfingen das Bezirksältestenamt, Ralf Ermisch, Helmut Manthey, Stefan Pöschel und Klaus-Dieter Kohls wurden zu Bezirksevangelisten ordiniert.
Ordination eines neuen Apostels
Bereits wenige Tage zuvor, am 18. September 2005, hatte Stammapostel Wilhelm Leber einen Gottesdienst in Duisburg-Homberg gefeiert, der via Satellit in alle Gemeinden der Gebietskirche Nordrhein-Westfalen übertragen wurde. In diesem Rahmen ordinierte er Wolfgang Schug zum neuen Apostel für Nordrhein-Westfalen.
Apostel Schug wurde beauftragt, gemeinsam mit Bischof Gerhard Blöß in den Bezirken Detmold, Hagen, Hamm, Iserlohn und Paderborn tätig zu sein.
Drei Apostel verabschiedet
Im gleichen Gottesdienst wurden die Apostel Gunter Homburg, Klaus-Dieter König und Günter Wiktor in den altersbedingten Ruhestand verabschiedet. Stammapostel Leber würdigte ihr jahrzehntelanges Wirken: „Die drei Apostel haben insgesamt 117 Jahre Amtstätigkeit aufzuweisen.“ Er dankte ihnen für ihre Treue und Wahrhaftigkeit im Dienst.
Impuls für Reform von Stammapostel Leber
Die Reform von 2005 gilt bis heute als bedeutender Schritt in der Entwicklung der Gebietskirche Nordrhein-Westfalen. Sie verband organisatorische Neustrukturierung mit einem Aufbruch in der Zusammenarbeit über Bezirksgrenzen hinweg – ein Impuls, der auch zwei Jahrzehnte später noch spürbar ist.
Der Impuls für die Reform ging Anfang 2005 von Bezirksapostel Wilhelm Leber aus, der die Neuordnung der Bezirke initiiert hatte. Nach seiner Ordination zum Stammapostel wurde das Projekt vom neuen Bezirksapostel Armin Brinkmann fortgeführt und im September 2005 umgesetzt.
21. September 2025
Text:
Frank Schuldt
Fotos:
Bildarchiv
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