Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Westdeutschland/Siegen. Anlässlich der Versammlung der Bezirksvorsteher feierte Bezirksapostel Pöschel mit den Leitern der Bezirke und ihrer Vertreter einen Gottesdienst. In der Kirche in Siegen ging es um eine Grundlage des Dienens, die Demut.
Aus der ganzen Gebietskirche Westdeutschland kamen am Sonntag, dem 8. September 2024 die Leiter der Kirchenbezirke und ihre Stellvertreter nach Siegen. Gemeinsam feierten sie mit dem Bezirksapostel sowie den Aposteln und Bischöfen einen Gottesdienst. Diesem legte Bezirksapostel Stefan Pöschel das Bibelwort aus 2. Korinther 1, 24 zugrunde: „Nicht, dass wir Herren wären über euren Glauben, sondern wir sind Gehilfen eurer Freude; denn ihr steht im Glauben.“
Einleitend rief der Bezirksapostel dazu auf, die Gemeinschaft im Gottesdienst zu genießen. „Auch wenn wir heute Nachmittag etwas über Bilanzen hören, so ist das heute in erster Linie ein Treffen von Seelsorgern.“ In diesem Zuge bedankte er sich auch für die zahlreichen Zuschriften im Vorfeld. „Ich weiß, dass ich in große Fußstapfen trete und bin euch von Herzen dankbar für eure Gebete und eure Nachsicht mit mir.“
Keine Grundsatzrede
Eine Grundsatzrede werde es bei seinem ersten Gottesdienst für die Bezirksvorsteher aus Westdeutschland nicht geben, so der nächste Punkt von Bezirksapostel Pöschel. „Was sollten wir als Diener Gottes für Grundsatzreden halten, denn Jesus Christus steht im Mittelpunkt.“ Der Herr bediene sich der Menschen als Werkzeuge. Dies führte er anhand des Bibelworts weiter aus und predigte im Weiteren über die Demut als wesentliche Grundlage des Dienens in der Kirche Jesu Christi.
Paulus habe der Gemeinde in Korinth damals seine eigene Schwäche als Mensch vor Augen geführt und klargestellt, dass er trotz seiner Vollmacht und des Auftrags durch Gott nicht dazu berufen wurde, über den Glauben der Christen zu herrschen. „Er hat sich als Diener und Mitarbeiter Jesu verstanden.“ Auch heute stünden die Apostel der Kirche in den Diensten des Herrn. „Aufgabe ist es, die Gläubigen zu unterstützten sowie zu beraten.“ Daher müsse die Demut das Fundament des eigenen Dienens sein, führte der Bezirksapostel weiter aus.
Demut als Diener Gottes
Im Bewusstsein der Heiligkeit seines Amtes sei ein Diener Gottes demütig. „Wir sind uns bewusst, dass wir immer auf Gnade angewiesen sein werden. Selbst wenn wir seit Jahrzehnten unser Amt ausüben, gewöhnen wir uns nicht daran.“ Zudem gelte es, die Weisungen Christi zu erfüllen. Der Bezirksapostel brachte es auf den Punkt: „Unser Wissen und unsere Erfahrung können sich zwar in gewissen Fällen als hilfreich erweisen, aber wir können uns nicht auf unsere Amtsautorität berufen, um persönliches Glaubenserleben verbindlich zu lehren.“
Als „Gehilfen der Freude“ für die Gemeindemitglieder könne es daher nicht sein, dass man Amtsvollmacht und Amtshierarchie verwechsle und beispielsweise das Heil mit Gehorsam bezüglich eigener Anweisungen verknüpfe. „Wer sich schnell ärgert oder verletzt ist, misst vielleicht auch seiner eigenen Person zu viel Bedeutung zu“, gab der Bezirksapostel zu bedenken.
Gehilfen der Freude
Der Bezirksapostel wünsche sich Freude als Grundstimmung in den Gemeinden. Natürlich gebe es immer auch Trauer, Traurigkeit und Belastungen. „Die gilt es mitzutragen, insbesondere durch uns als Seelsorger.“ Doch die Freude möge die Grundstimmung und Ausstrahlung der Amtsträgerinnen und Amtsträger sein. Dazu trage das Bewusstsein bei: „Wir tragen nicht die Last der gesamten Welt auf unseren Schultern, das hat Jesus getan.“
Als Quelle der Freude diene die frohe Botschaft, die auf dem Wissen basiere: „Gott ist da, er ist nah, er begleitet mich Tag für Tag.“ Zur Freude in Christus gehöre, so der Bezirksapostel abschließend, dem geistlichen Reichtum Vorrang zu geben, die Gebote zu halten sowie demütig und bußfertig zu sein.
Zwei Predigtbeiträge
„Gott möchte nicht, dass wir in Bezirk und Gemeinde eine Rolle spielen, sondern wir sollen von Herzen demütig sein“, so ein Gedanke von Bezirksevangelist Thomas Wiktor (Minden), dem künftigen neuen Bischof im Bereich Nord in seinem Predigtbeitrag. Ein weiterer Gedanke von ihm: Ein Gehilfe zur Freude könne man schon durch einfache Dinge sein, beispielsweise indem man den Nächsten insofern wertschätzt, als man sich mit ihm beschäftigt und ihn das auch spüren lässt.
Apostel Gert Opdenplatz betonte, wie wichtig für einen Geistlichen das Sendungsbewusstsein sei. „Doch das macht uns nicht größer im Vergleich zu unserer Schwester oder unserem Bruder in der Gemeinde.“ Sein Wunsch: „Lasst uns demütig dazu beitragen, dass in der Gemeinde Freude am Herrn den Glauben prägt.“
Der Gottesdienst wurde von einem spontan aus den Anwesenden heraus gebildeten Männerchor musikalisch mitgestaltet.
12. September 2024
Text:
Frank Schuldt
Fotos:
Jessica Krämer
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