Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Westdeutschland/Essen. In diesen Tagen sind die Christen in Deutschland aufgerufen, für die Einheit der Christen zu beten. In ganz Deutschland finden dazu ökumenische Veranstaltungen statt. Am Sonntag, 19. Januar, wurde im Essener Dom der zentrale Gottesdienst für die bundesweite Gebetswoche gefeiert – mit Beteiligung neuapostolischer Christen.
Auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland kamen im Dom zu Essen am Sonntagnachmittag, 19. Januar 2025, Vertreter von insgesamt zwölf Kirchen sowie verschiedenen ökumenischen Organisationen zusammen. Sie feierten und gestalteten gemeinsam einen Ökumenischen Gottesdienst und setzten damit ein Zeichen für die Stärkung der Einheit der Christenheit.
Von den Kirchen nahmen teilweise die Kirchenleiter selbst teil. So waren unter anderem Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck (Katholisches Bistum Essen), Präses Dr. Thorsten Latzel (Evangelische Kirche im Rheinland), Erzpriester Radu Constantin Miron (Vorsitzender der ACK Deutschland, Griechisch-Orthodoxe Metropolie von Deutschland), Bischof Harald Rückert (Vorstand der ACK in Deutschland, Evangelisch-methodistische Kirche) und Superintendentin Dr. Barbara Schwahn (Vorsitzende der ACK Nordrhein-Westfalen, Evangelische Kirche im Rheinland) an der Liturgie beteiligt.
Für Musik im Gottesdienst sorgte neben dem Domorganisten der Kammerchor aus dem örtlichen Kirchenbezirk Ruhr-Mitte der Neuapostolischen Kirche unter Leitung von Mirco Stachowiak. Priester Holger Zepper, Beauftragter für Ökumene im Bereich Essen und Gelsenkirchen, gestaltete die Liturgie mit und trug unter anderem die Fürbitten vor.
„Glaubst du das?“
Unter dem Motto „Glaubst du das?“ wurde im Gottesdienst an das Konzil von Nizäa aus dem Jahr 325 erinnert: In der vom römischen Kaiser Konstantin einberufenen Kirchenversammlung nahe dem heutigen Istanbul wurde vor 1.700 Jahren das zentrale christliche Glaubensbekenntnis formuliert.
Den Mittelpunkt des Glaubens nicht vergessen
Mit Blick auf die 2000-jährige Geschichte des Christentums deckte Erzpriester Miron, Vorsitzender der ACK Deutschland, in seiner Predigt auf: „Wir sind zunächst der Meinung, alles tun zu müssen, um uns besser voneinander abzutrennen, um unsere eigene Einzigartigkeit und Rechtgläubigkeit festzustellen und durchzusetzen. Und auf einmal stellen wir fest: das, was uns gemeinsam ist, das, was uns eint, ist nicht nur viel mehr, sondern auch viel wichtiger.“
Das Einende kam dann im gemeinsam gesprochenen Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel zum Ausdruck. In der ökumenischen Version wird beispielsweise die „eine, heilige, katholische und apostolische Kirche“ genannt. Gleichzeitig wurde im Gottesdienst mit Elementen aus unterschiedlichen Konfessionen die Vielfalt der christlichen Traditionen zum Ausdruck gebracht.
Höhepunkt des Ökumenischen Gottesdienstes war eine Kerzen-Zeremonie, bei der sich die Gottesdienstbesucher einander ein Segenswort zusprachen, Kerzen entzündeten und den Essener Dom in ein Lichtermeer verwandelten. So wurde das Licht der Welt und dessen Weg veranschaulicht.
Pilgerweg
Bereits am Morgen des 19. Januar fand der Abschlussgottesdienst der Gebetswoche der Evangelischen Allianz unter ökumenischer Beteiligung in Velbert statt, an den sich ein ökumenischer Pilgerweg (wegen der kühlen Temperaturen teils per S-Bahn) nach Essen anschloss. Durch diesen wurden die beiden Gottesdienste zu einem gemeinsamen Fest für die Einheit der Christen verbunden.
Die Pilger zogen gemeinsam mit den Liturgen zu Beginn des Ökumenischen Gottesdienstes um 17 Uhr in den Dom ein, in dem auch einige neuapostolische Christen aus der Region zugegen waren.
Zeichen für Zusammenhalt und gegenseitiges Verständnis
Nach dem Ökumenischen Gottesdienst luden die ACK in Deutschland sowie das Bistum Essen als Gastgeber zu einem Empfang in die Aula des Bischöflichen Generalvikariats ein, an dem auch Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen teilnahm und einen Gruß der Stadt Essen entrichtete: „In einer Zeit zunehmender gesellschaftlicher Spaltungen setzt die Gebetswoche ein wichtiges Zeichen für Zusammenhalt und gegenseitiges Verständnis“, so Kufen. „Sie ermöglicht es den Teilnehmenden, voneinander zu lernen und die Vielfalt des christlichen Glaubens als Bereicherung zu erleben.“
„Ruhrbischof“ Overbeck, Leiter des Bistums Essen, hatte die Sängerinnen und Sänger des Kammerchors der Neuapostolischen Kirche noch spontan zu dem Empfang eingeladen, um sich für den musikalischen Einsatz zu bedanken.
Übertragung des Gottesdienstes im Livestream
Die Gebetswoche für die Einheit der Christen läuft noch bis zum kommenden Samstag, 25. Januar. Weitere Informationen gibt es online unter www.gebetswoche.de. Der Livestream vom Gottesdienst ist auf der Videoplattform YouTube abrufbar.
Im nächsten Jahr findet die Gebetswoche für die Einheit der Christen vom 18. bis 25. Januar 2026 statt.
Ökumenischer Gottesdienst im Essener Dom
23. Januar 2025
Text:
Frank Schuldt
Fotos:
Frank Schuldt
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