Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Portugal/Carcavelos-Sassoeiros. Die Escola Nova Apostólica feierte am Wochenende ihr 40-jähriges Bestehen mit einem Festakt in der Neuapostolischen Kirche Sassoeiros. Bezirksapostel Pöschel würdigte die langjährige Bildungsarbeit der Privatschule. Rund 100 junge Sängerinnen und Sänger des Jugend-Konzertchors gestalteten die Feier musikalisch mit.
Die Escola Nova Apostólica in Carcavelos-Sassoeiros bei Lissabon wurde am 29. September 1985 eröffnet. Ihr 40-jähriges Bestehen fiel damit in das Jahr 2025. Die Jubiläumsfeier fand am Samstag, dem 27. Juni 2026, in der Neuapostolischen Kirche Sassoeiros statt. Das Kirchengebäude liegt auf dem Gelände der Schule und wird von ihr bei besonderen Veranstaltungen mit genutzt.
Zu den Gästen gehörten Eltern und Familien, ehemalige Schüler und Mitarbeiter sowie Vertreter aus dem Bildungsbereich der Stadt Cascais. Bezirksapostel Stefan Pöschel war als Vertreter der namensgebenden Kirche angereist und hielt die Festrede.
Schuldirektorin Fátima Jerónimo begrüßte die Festgemeinschaft und erinnerte an die Anfänge der Schule. Dabei dankte sie auch ihrem Ehemann, Apostel i.R. Manuel Luiz, der die Entwicklung der Escola Nova Apostólica über viele Jahre begleitet hatte und dies bis heute tut.
Verantwortung für Kinder und Familien
„Vier Jahrzehnte Bildung, vier Jahrzehnte Begleitung junger Menschen, vier Jahrzehnte gelebter Werte“: Mit diesen Worten blickte Bezirksapostel Pöschel auf die Geschichte der Schule zurück. Ihre Gründung sei mehr gewesen als die Einrichtung eines Unterrichtsbetriebs. Es sei darum gegangen, einen Ort zu schaffen, an dem Kinder Wissen erwerben und sich zugleich als Persönlichkeiten entwickeln können.
Eine Schule lebe nicht allein von ihren Räumen und Lehrplänen, sagte der Bezirksapostel. Entscheidend seien die Menschen, die sie tragen: Lehrer, Mitarbeiter und Eltern. Besonders würdigte er die Arbeit von Fátima Jeronimo, die die Escola Nova Apostólica seit ihrer Gründung leitet. Über vier Jahrzehnte habe sie die Schule aufgebaut, geprägt und durch Veränderungen geführt.
Der Bezirksapostel betonte den besonderen Auftrag der Schule: „Es ging nie nur um Wissen. Es ging immer auch um Werte, um Orientierung, um Glauben.“ Respekt, Ehrlichkeit, Verantwortung und Vertrauen gehörten zu den Grundsätzen, die im Schulalltag vermittelt würden.
Aus einer Idee wurde eine Schule
In ihrer Ansprache erinnerte Fátima Jeronimo an Bezirksapostel Hermann Engelauf, der die Schule 1985 eröffnete. Er habe damals den Mut gehabt, in die Bildung von Kindern zu investieren. Die Schule sei aus dem Gedanken entstanden, einen Ort zu schaffen, an dem fachliche Bildung und persönliche Begleitung zusammengehören.
Die Neuapostolische Kirche hatte Anfang der 1980er-Jahre in Sassoeiros ein Grundstück erworben. Dort entstanden das Kirchengebäude sowie die Räume für die Schule. Es war damals die erste neuapostolische Schule weltweit. Die Kirche stellt die Schulräume bis heute der Schule zur Verfügung. Die Escola Nova Apostólica finanziert ihren Betrieb aus Elternbeiträgen und öffentlichen Fördermitteln.
Zum Angebot der Einrichtung gehören eine Grundschule mit den Klassen eins bis vier, drei Kindergartengruppen und eine Krabbelgruppe für Kleinkinder. Die Schule steht Kindern unabhängig von ihrer Konfession offen.
Auch das Logo der Escola Nova Apostólica verweist auf die kirchliche Trägerschaft und den Standort in Portugal. Es zeigt das Logo der Neuapostolischen Kirche – das Kreuz im Rahmen – in Weiß auf grünem Hintergrund. Die Farbe prägt auch das Schulgebäude, etwa an den Fensterrahmen und im Schriftzug „Escola Nova Apostólica“. Grün gehört neben Rot zu den Nationalfarben Portugals und steht für Hoffnung sowie für den Aufbruch in eine neue Zeit.
Bildungsangebote ergänzen sich
Ein Vertreter der Stadtverwaltung Cascais hob die Zusammenarbeit der Escola Nova Apostólica mit den öffentlichen Schulen und weiteren Bildungseinrichtungen in der Region hervor. Die Privatschule werde nicht als Konkurrenz zum staatlichen Bildungswesen gesehen, sondern als Partner und zusätzliches Angebot für Familien.
Dabei würdigte der Vertreter auch den pädagogischen Anspruch der Schule. Sie vermittle nicht allein fachliche Kenntnisse, sondern unterstütze Kinder in ihrer persönlichen Entwicklung und in der Bildung ihres Charakters. Die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Einrichtungen sei wichtig, weil sie letztlich demselben Ziel diene: Kindern gute Bildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten zu eröffnen.
Fátima Jeronimo griff diesen Gedanken auf und dankte den Familien für ihr Vertrauen. Eltern seien die ersten Erzieher ihrer Kinder, sagte die Direktorin. Die Schule begleite sie für einige Jahre auf diesem Weg. Zugleich dankte sie den Mitarbeitern, den kommunalen Partnern und den Bildungseinrichtungen, mit denen die Escola Nova Apostólica zusammenarbeitet.
Chormusik, Theater und Schulchor
Die Schüler gestalteten das Festprogramm mit einem humorvollen Theaterstück und einem Vortrag des Schulchors. Der Jugend-Konzertchor der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland ergänzte die Feierstunde mit einem etwa 20-minütigen Programm. Rund 100 Jugendliche aus Westdeutschland waren nach Portugal gereist und trugen mehrere Chorstücke vor.
Der Konzertchor wirkte während seines Aufenthalts zudem bei weiteren Veranstaltungen der Schule mit. Die Konzertreise führte die jungen Sängerinnen und Sänger über mehrere Tage nach Lissabon. Neben dem Festakt stand auch die musikalische Gestaltung der Zeugnisausgabe der Viertklässler am Vortag auf dem Programm.
Erinnerungstafel enthüllt
Nach dem offiziellen Teil in der Kirche trafen sich die Gäste im Außenbereich zu einem Umtrunk. Bezirksapostel Stefan Pöschel und Schuldirektorin Fátima Jeronimo schnitten gemeinsam eine Torte zum 40-jährigen Bestehen der Escola Nova Apostólica an.
Anschließend enthüllten sie neben dem Eingang zur Schule eine Keramiktafel, die an das Jubiläum im Jahr 2025 erinnert. Sie ergänzt zwei bereits vorhandene Tafeln: Bezirksapostel Armin Brinkmann enthüllte 2010 eine Tafel zum 25-jährigen Bestehen der Schule. Eine weitere erinnert an ihren Gründer, Bezirksapostel Hermann Engelauf. Stammapostel Wilhelm Leber enthüllte sie 2012.
Auf der neuen Tafel steht das Bibelwort aus 1. Samuel 7,12: „Bis hierher hat uns der Herr geholfen.“
6. Juli 2026
Text:
Frank Schuldt
Fotos:
Frank Schuldt,
Simon Skrzypczak
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