Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Teil der Kirche Christi ↑
Die Neuapostolische Kirche versteht sich als Teil der einen Kirche Christi. Zu ihr gehören nach neuapostolischem Verständnis alle Menschen, die getauft sind, an Jesus Christus glauben und ihn als ihren Herrn bekennen. Die gemeinsame Taufe verbindet Christen über die Grenzen der einzelnen Kirchen und Konfessionen hinweg.
Grundlage des christlichen Glaubens ist Jesus Christus. Die Neuapostolische Kirche bekennt sich zu den Aussagen der Heiligen Schrift und zu den altkirchlichen Glaubensbekenntnissen. Zugleich hat sie ein eigenes Verständnis von Kirche und Amt. Dazu gehört die Überzeugung, dass das Apostelamt von Jesus Christus für seine Kirche gegeben ist. Unterschiede im Kirchen- und Amtsverständnis stehen dem ökumenischen Austausch und der Zusammenarbeit mit anderen christlichen Kirchen nicht entgegen.
Warum Ökumene? ↑
Christliche Kirchen verbindet der Glaube an Jesus Christus. Gleichzeitig unterscheiden sie sich in ihrer Geschichte, ihren Traditionen sowie in Teilen ihrer Lehre und gottesdienstlichen Praxis. Ökumenische Begegnungen ermöglichen es, Gemeinsamkeiten wahrzunehmen, Unterschiede besser zu verstehen und Vertrauen aufzubauen.
Die Neuapostolische Kirche pflegt deshalb Kontakte zu anderen Kirchen auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene. Dazu gehören Gespräche zwischen Kirchenleitungen und Theologen ebenso wie gemeinsame Veranstaltungen, Gottesdienste, Gebete und soziale Projekte. Neuapostolische Gemeinden stellen ihre Kirchengebäude auch für Veranstaltungen anderer Konfessionen zur Verfügung und sind ihrerseits in Kirchen anderer Konfessionen zu Gast.
Ziel der ökumenischen Zusammenarbeit ist nicht die Vereinheitlichung der Kirchen. Die Neuapostolische Kirche orientiert sich am Leitbild einer Einheit in versöhnter Verschiedenheit. Gemeinsamkeiten sollen gestärkt und bestehende Unterschiede offen und respektvoll behandelt werden.
Von der Annäherung zur Vollmitgliedschaft ↑
Die ökumenische Öffnung der Neuapostolischen Kirche entwickelte sich über mehrere Jahrzehnte. Seit Ende der 1990er-Jahre wurden die Gespräche mit anderen christlichen Kirchen intensiviert. Daraus entstanden regelmäßige Begegnungen und theologische Gespräche sowie eine zunehmende Zusammenarbeit auf örtlicher und regionaler Ebene.
Einen weiteren Schritt bildete die Veröffentlichung des Katechismus der Neuapostolischen Kirche im Jahr 2012. Darin wird das neuapostolische Kirchenverständnis ausführlich dargestellt. Zugleich wird die Bedeutung der altkirchlichen Glaubensbekenntnisse, insbesondere des Apostolikums und des Glaubensbekenntnisses von Nicäa-Konstantinopel, hervorgehoben.
Im April 2019 wurde die Neuapostolische Kirche Gastmitglied der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland. 2025 beantragte sie die Vollmitgliedschaft. Nachdem alle 20 stimmberechtigten Mitgliedskirchen der Aufnahme zugestimmt hatten, erhielt die Neuapostolische Kirche zum 1. Juli 2026 den Status eines Vollmitglieds.
Die Aufnahme wurde im September 2026 während der 259. Mitgliederversammlung der ACK in Berlin offiziell gefeiert. Mit der Vollmitgliedschaft beteiligt sich die Neuapostolische Kirche mit den Rechten und Pflichten eines Vollmitglieds an der Arbeit der ACK Deutschland.
Charta Oecumenica ↑
Eine Grundlage für die Zusammenarbeit christlicher Kirchen in Europa ist die Charta Oecumenica. Sie enthält Leitlinien und Selbstverpflichtungen für das ökumenische Miteinander und das gemeinsame Handeln der Kirchen.
Die erste Fassung wurde 2001 von der Konferenz Europäischer Kirchen und dem Rat der Europäischen Bischofskonferenzen verabschiedet. Eine überarbeitete Fassung wurde 2025 auf europäischer Ebene unterzeichnet. Sie greift neben grundlegenden Fragen der Einheit der Christen auch aktuelle Herausforderungen auf.
Im September 2026 unterzeichneten 18 Mitgliedskirchen der ACK Deutschland die revidierte Charta Oecumenica in Berlin. Für die Neuapostolische Kirche unterzeichnete Apostel Arne Herrmann. Die Charta soll auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene Grundlage für Gespräche und gemeinsames Handeln sein.
www.oekumene-ack.de/themen-materialien/charta-oecumenica/
Regionale ACK-Mitgliedschaften ↑
Auch auf regionaler Ebene ist die Neuapostolische Kirche in den Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen vertreten. Im Bereich der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland bestehen Vollmitgliedschaften in drei regionalen ACKs.
Seit 2024 ist die Neuapostolische Kirche Vollmitglied der ACK Nordrhein-Westfalen und der ACK Hessen-Rheinhessen. Vorausgegangen waren mehrjährige Gastmitgliedschaften. Die Aufnahme in die ACK Nordrhein-Westfalen wurde im März 2025 mit einem ökumenischen Gottesdienst im Aachener Dom gefeiert.
In der ACK Südwest ist die Neuapostolische Kirche seit November 2025 Vollmitglied. Zuvor bestand dort seit 2019 eine Gastmitgliedschaft.
Ferner bestehen Kontakte zu evangelischen Landeskirchen, katholischen Bistümern und Freikirchen. Vertreter der Neuapostolischen Kirche arbeiten in verschiedenen ökumenischen Gremien und Arbeitsgruppen mit.
Lokale Mitgliedschaften in Westdeutschland ↑
Ein großer Teil der ökumenischen Zusammenarbeit findet auf örtlicher Ebene statt. Deutschlandweit sind mehr als 200 neuapostolische Gemeinden in lokalen Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen vertreten.
In den vier Bundesländern Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland gehören mehr als 150 neuapostolische Gemeinden örtlichen Arbeitsgemeinschaften an. Je nach ACK bestehen Gast- oder Vollmitgliedschaften. An einzelnen Orten gehörten neuapostolische Gemeinden auch zu den Gründungsmitgliedern einer örtlichen ACK.
Die Zusammenarbeit vor Ort umfasst insbesondere gemeinsame Gottesdienste und Gebete, Veranstaltungen, soziale und karitative Projekte sowie den regelmäßigen Austausch zwischen den Kirchen. Dabei entstehen viele ökumenische Kontakte unmittelbar zwischen den Gemeinden und ihren Vertretern.
Neuapostolische Gemeinden in Westdeutschland sind unter anderem in folgenden örtlichen Arbeitsgemeinschaften vertreten:
- ACK Aschaffenburg
- ACK Aachen
- ACK Bad Kreuznach
- ACK Bad Oeynhausen
- ACK Bielefeld
- ACK Bochum
- ACK Bonn
- ACK Bottrop
- ACK Brilon
- ACK Darmstadt
- ACK Dortmund
- ACK Duisburg
- ACK Düsseldorf
- ACK Essen
- ACK Frankfurt
- ACK Fritzlar
- ACK Gelsenkirchen
- Christenrat Gütersloh
- ACK Hanau
- ACK im Stadtgebiet Bad Salzuflen
- ACK Kaiserslautern
- ACK Kamp-Lintfort
- ACK Kassel
- ACK Koblenz
- ACK Köln
- ACK Krefeld
- ACK Langenfeld
- ACK Lippe
- ACK Mainz
- ACK Marburg
- ACK Mönchengladbach
- ACK Mülheim a. d. R.
- ACK Münster
- ACK Neukirchen-Vluyn
- ACK Neuwied
- ACK Oberhausen
- ACK Osnabrück
- ACK Recklinghausen
- ACK Saarbrücken und Umgebung
- ACK Wiesbaden
- ACK Witten
- ACK Worms
- ACK Wuppertal
Bischof Pascal Strobel ↑
Ansprechpartner für Ökumene
E-Mail p.strobel@nak-west.de
Bischof Pascal Strobel ist in Westdeutschland zentraler Ansprechpartner für alle Fragen rund um Ökumene und die Zusammenarbeit mit anderen Kirchen und Konfessionen.
25. November 2014
50 Jahre Ökumenismusdekret gefeiert
17. Oktober 2014
Gastmitglied im Arbeitskreis Ökumene in Düsseldorf
9. September 2014
Gastmitglied in der ACK Oberhausen
15. Januar 2013
Ziel ist ein Gaststatus in der ACK
16. November 2011
Ökumene wird Schwerpunkt in 2012
29. März 2007
Unterzeichnung der „Kölner Erklärung“
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