Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Angola/Luanda. Stammapostel Mutschler besuchte auf seiner ersten Auslandsreise nach der Ordination an Pfingsten die neuapostolischen Christen in Angola. Im Mittelpunkt standen Begegnungen mit Aposteln, Bischöfen und Jugendlichen sowie ein Konzert in Luanda. Im Jugendgottesdienst rief er dazu auf, christliche Tugenden wie ein neues Kleid anzuziehen.
Stammapostel Helge Mutschler reiste am Donnerstagabend, 4. Juni, gemeinsam mit Bezirksapostel Stefan Pöschel über Frankfurt nach Luanda. Am Freitagmorgen erreichte er die angolanische Hauptstadt. Es war seine erste Auslandsreise nach der Ordination zum Stammapostel an Pfingsten in Südafrika.
Begleitet wurde der Stammapostel während der Reise unter anderem von Bezirksapostel Stefan Pöschel, Bezirksapostel Herman Ernst aus Südamerika, Bezirksapostelhelfer Robert Nsamba aus Sambia und Bezirksapostelhelfer João Misselo. In Angola kamen zudem die Apostel und Bischöfe des Landes hinzu.
Apostelversammlung und Konzert
Am Freitagnachmittag fand vor dem Konzert eine Apostelversammlung im Seminarraum der Kirche statt. Stammapostel Helge Mutschler sprach dort über die Bedeutung des Apostelamtes und erläuterte den beiden für die Ordination zum Apostel vorgesehenen Amtsträgern anhand mehrerer Punkte den Paragrafen 4.3 der Statuten der Neuapostolischen Kirche International. Darin geht es um den Amtseid, den Apostel vor ihrer Ordination ablegen. Sie verpflichten sich darin unter anderem zur Verkündigung der Lehre Jesu Christi, zum Dienst in Demut, zur Einheit mit dem Stammapostel und den Aposteln sowie zu einem Leben entsprechend dem Evangelium.
Im Anschluss legten die künftigen Apostel ihren Amtseid ab. Die Ordinationen selbst erfolgten am Sonntag im zentralen Gottesdienst im Estádio dos Coqueiros.
Den stimmungsvollen Abschluss des Abends bildete ein Konzert. Die musikalischen Beiträge beeindruckten den Stammapostel sichtbar. Er dankte den Mitwirkenden für die Vorbereitung und sagte: „Ich glaube fast, dass der Himmel in Angola zu Hause ist.“
Jugendgottesdienst in Zango 3
Am Samstagvormittag feierte Stammapostel Helge Mutschler auf dem Gelände der Kirchengemeinde Zango 3 in Luanda einen Gottesdienst mit 2.939 jugendlichen Teilnehmern. Der Gottesdienst wurde Satz für Satz vom Deutschen ins Portugiesische übersetzt.
Grundlage der Predigt war das Bibelwort aus Kolosser 3,12: „So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld.“
Zu Beginn wandte sich der Stammapostel direkt an die Jugendlichen. Er erinnerte daran, dass sie von Gott gesehen und geliebt seien. „Du bist auserwählt von Gott. Und du bist sogar ein Heiliger Gottes“, sagte er. Das gelte auch dann, wenn sich jemand im eigenen Umfeld nicht geliebt fühle oder in den vergangenen Tagen Schweres erlebt habe.
Kleider aus dem Glauben
Den Gedanken aus dem Kolosserbrief erklärte Stammapostel Mutschler mit dem Bild eines Kleiderschranks. Apostel Paulus habe der Gemeinde in Kolossä geraten, ungute Verhaltensweisen wie alte Kleider abzulegen und neue Verhaltensweisen wie schöne Kleider anzuziehen.
Der Stammapostel übertrug dieses Bild auf die Jugendlichen in Angola. In sozialen Medien, im Fernsehen und im Alltag gebe es viele Ratgeber und Lebensentwürfe. Für Christen sei die Orientierung eindeutig: „Wir ziehen die Kleidungsstücke an, die Jesus Christus trägt.“ Diese Kleider müssten nicht gekauft werden. Durch Taufe und Versiegelung seien sie bereits im eigenen „Kleiderschrank“ vorhanden. Es gehe darum, dem Heiligen Geist Raum zu geben.
Als solche Kleidungsstücke nannte der Stammapostel herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut und Geduld. Herzliches Erbarmen bedeute, Not wahrzunehmen und mitzufühlen. Freundlichkeit beschrieb er als „Liebe in Aktion“: für andere beten, gut über sie reden, niemanden ausschließen und Hilfe anbieten.
Demut, Sanftmut und Geduld
Besonders hob Stammapostel Mutschler die Demut hervor. Jesus Christus habe den Himmel verlassen und seinen Platz bei den Letzten gesucht. „Dieses Kleidungsstück steht dir gut“, sagte der Stammapostel zur Demut.
Sanftmut bedeute, nicht zurückzuschlagen, wenn man angegriffen werde. Geduld beschrieb der Stammapostel als die Haltung gegenüber den Fehlern anderer. Auch Jesus Christus habe Petrus nach dessen Versagen nicht aufgegeben.
Zum Schluss des Bildes räumte der Stammapostel ein, dass diese Kleider zunächst zu groß erscheinen könnten. „Macht nichts, zieht es trotzdem an“, sagte er. Ein Kind Gottes wachse in diese Haltung hinein.
Blick auf Christus
Bezirksapostelhelfer Robert Nsamba griff in seinem Predigtbeitrag das Bild der Kleidung auf. Entscheidend sei nicht nur, welche Kleider man besitze, sondern wann und wie man sie trage. Gerade wenn jemand provoziert werde, zeige sich, welche Haltung ihn leite.
Bezirksapostel Herman Ernst knüpfte ebenfalls an das Bild der Kleider an. Er stellte heraus, dass die Kleider, die Gott schenke, nicht vergingen. Sie seien nicht für einen einzelnen Moment gedacht, sondern sollten dauerhaft getragen werden.
In der Vorbereitung auf das Heilige Abendmahl lenkte Stammapostel Mutschler den Blick auf die Zukunft bei Christus. Er verglich das Heilige Abendmahl mit einem vorbereiteten Hochzeitstisch. „Jetzt ist der Tisch des Herrn bereitet“, sagte er und erklärte den Jugendlichen, dass Christus ihnen einen Platz bereitet habe: „Hier ist dein Platz, den ich für dich vorbereitet habe.“
Zentraler Gottesdienst und Versammlung am Montag
Im Anschluss an den Jugendgottesdienst besuchte Stammapostel Mutschler das Museu Nacional de História Militar in Luanda. Das Museum befindet sich in der früheren Fortaleza de São Miguel und zeigt Exponate zur Geschichte Angolas, darunter zur Zeit des Unabhängigkeitskriegs und des jahrzehntelangen Bürgerkriegs.
Nach dem zentralen Gottesdienst am Sonntag mit der Ordination der beiden neuen Apostel fand am Montagvormittag eine Apostel- und Bischofsversammlung statt. Daran nahmen neben dem Stammapostel und den mitreisenden Amtsträgern auch die Apostel und Bischöfe aus Angola teil. Am Abend begann die Rückreise über Frankfurt nach Hannover.
Begrüßung des Stammapostels vor der Kirche in Luanda
12. Juni 2026
Text:
Frank Schuldt
Fotos:
Neuapostolische Kirche Westdeutschland
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