Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Westdeutschland/Rheinberg. Am 23. Juni 2024 tritt Bezirksapostel Rainer Storck (66) in den Ruhestand. Er wirkt seit 15 Jahren im Apostelamt und ist seit 2014 als Bezirksapostel beauftragt. Als Leiter der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland ist er verantwortlich für nahezu 600.000 neuapostolische Christen in über 40 Ländern und Regionen.
Rainer Storck ist der 758. Apostel der Neuapostolischen Kirche. Sein Amt empfing er am 12. April 2009 in Iserlohn für den damaligen Bereich NRW-Nordwest. Mit der Ruhesetzung von Apostel Klaus Zeidlewicz an Himmelfahrt 2010 übernahm er den neu aufgeteilten Bereich NRW-West mit den Bezirken Dinslaken, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Niederrhein und Ruhr-Emscher.
Am Niederrhein geboren
Geboren wurde Rainer Storck am 24. Januar 1958 in Kamp-Lintfort. Seit 1981 ist er mit seiner Gattin Heike verheiratet und hat vier Kinder. Beruflich war Rainer Storck bis zu seinem Eintritt in den Kirchendienst im Januar 2013 als Diplom-Ingenieur tätig und leitete das familieneigene Bauunternehmen.
Am 22. April 1984 empfing er mit 26 Jahren seinen ersten Amtsauftrag als Unterdiakon für seine heutige Heimatgemeinde Rheinberg (Bezirk Niederrhein). Dort diente er auch als Priester, bevor er 1991 als Vorsteher der Gemeinde Issum beauftragt wurde. 1997 empfing er das Hirtenamt, im Jahr 2000 wurde er zum Bezirksevangelisten ordiniert und gleichzeitig stellvertretender Leiter im damaligen Kirchenbezirk Duisburg-Rheinhausen. Im Jahr 2001 erfolgte die Ordination zum Bezirksältesten und die Beauftragung zum Bezirksvorsteher für den Bezirk Krefeld.
Am 2. Dezember 2007 ordinierte ihn Stammapostel Wilhelm Leber in Minden zum Bischof für die Bezirke Essen, Düsseldorf und Krefeld. Im gleichen Gottesdienst wurden auch die Bischöfe Rainer Sommer und Karl-Erich Makulla ordiniert.
Ein „Steinewegroller“
Anderthalb Jahre später stand Bischof Storck erneut vor dem Stammapostel, der ihn in Iserlohn zum Apostel ordinierte. In der Ansprache zur Ordination ging Stammapostel Leber auf das Thema des Ostergottesdienstes ein, in dem es unter anderem darum ging, Steine aus dem Weg zu räumen. Als Beispiele führte der Stammapostel die Steine Niedergebeugtheit, Zweifel, Unglaube oder Lieblosigkeit und Unverständnis an. „Diese Steine aus dem Weg zu räumen, dafür ist besonders das Apostelamt da“, so der internationale Kirchenleiter damals.
Dies geschehe in erster Linie dadurch, dass die Apostel Vorbilder in den Gemeinden seien. Für solche Herausforderungen schenke Gott Kraft: „Es ist in dieser anspruchsvollen Zeit nicht leicht, diesem gerecht zu werden. Wir wissen, dass wir es nicht allein aus menschlicher Kraft tun können; aber mit der göttlichen Kraft ist alles möglich.“
Bezirksapostelhelfer mit 54 Jahren
Im August 2012 überraschte Bezirksapostel Armin Brinkmann die Kirchenmitglieder in Nordrhein-Westfalen mit der Ankündigung, dass an Erntedank wenige Wochen später ein Bezirksapostelhelfer ernannt werden sollte. „Angesichts der Aufgabenfülle ist es sinnvoll, meinem Nachfolger ausreichend Zeit zur Einarbeitung einzuräumen“, schrieb der Bezirksapostel.
Im Zentralgottesdienst ernannte Stammapostel Wilhelm Leber dann den neuen Bezirksapostelhelfer. „In dieser anspruchsvollen Zeit ist es gut, wenn nun ein Helfer da ist, der die Arme des Bezirksapostels stützt, der mit ihm verbunden alle Aufgaben erledigt, die zur Leitung des Bereichs zu erledigen sind“, begründete er den Schritt. So werde ein nahtloser Übergang möglich - zum Segen für alle.
Der Stammapostel wünschte Apostel Storck ein demütiges und dankbares Herz sowie einen erhöhten Blick, die Dinge nüchtern zu betrachten. Es sei wichtig, dass die Einheit immer gestärkt und erhalten bleibe. „Es geht dem Ziele zu! Das ist unsere felsenfeste Überzeugung, und das mögest du auch immer im Herzen tragen“, so der Stammapostel.
Ein Bezirksapostel für alle
Für die Einarbeitung hatte der Bezirksapostelhelfer dann etwa 1,5 Jahre Zeit. Bereits im Mai 2013 kündigte Bezirksapostel Brinkmann seine Ruhesetzung für Februar 2014 an. Der neue Stammapostel Jean-Luc Schneider nahm diese in der Westfalenhalle Dortmund vor und ordinierte mit Apostel Rainer Storck einen neuen Bezirksapostel.
Vier Jahre später folgte am 25. Februar 2018 die Beauftragung als Bezirksapostel für die fusionierte Gebietskirche Westdeutschland. „Ich will ein Bezirksapostel für alle sein“, versicherte der damals 60-Jährige den Gläubigen in diesem Gottesdienst in Dieburg, in dem Bezirksapostel Bernd Koberstein in den Ruhestand verabschiedet wurde. Seinen Glaubensgeschwistern sagte er zu: „Eins kann und möchte ich euch garantieren: Überall wohin ich komme, bringe ich mein Herz mit.“
Das erlebten die Gläubigen in Westdeutschland dann auch in den letzten Jahren. Der Bezirksapostel machte sich auch in der Woche auf den Weg, die teils bis vier Stunden entfernt liegenden Gemeinden zu besuchen und dort Gottesdienste zu halten.
Herausforderungen
In den nächsten Jahren folgten noch zwei besondere Aufgaben: Der Internationale Jugendtag 2019 mit großen organisatorischen Herausforderungen für die Gebietskirche sowie die Corona-Pandemie ab März 2020. In dieser Zeit wurde er durch die zahlreichen Videogottesdienste überregional bekannter.
Frühzeitig Weichen für Nachfolge gestellt
Im November 2022 leitete Bezirksapostel Storck dann mit der Ankündigung, dass Apostel Stefan Pöschel als Bezirksapostelhelfer ernannt werde, den Leitungswechsel in Westdeutschland ein – und das ohne großes Aufheben um seine Person.
Vor wenigen Tagen schrieb er den Gemeinden in Westdeutschland und erinnerte die Gläubigen an den Besuch des Stammapostels in Rheinberg mit seiner Ruhesetzung: „Somit ist dies mein letztes Rundschreiben an euch und ich bin sehr dankbar: unserem Gott für seine Gnade und Bewahrung sowie euch für alle Unterstützung und Wertschätzung, die ich immer wieder spüren durfte. Ich bin mir sicher, dass unsere Kirche mit unserem künftigen Bezirksapostel in guten Händen ist, und danke euch jetzt schon dafür, dass ihr ihn genauso unterstützt und mit euren Gebeten begleitet, wie ich das erlebt habe.“
Bezirksapostel Rainer Storck
20. Juni 2024
Text:
Frank Schuldt
Fotos:
Bildarchiv,
Thomas Brunschede,
Marcel Felde,
Jessica Krämer,
Oliver Rütten,
Frank Schuldt
Datenschutzeinstellungen
Mit Hilfe einiger zusätzlicher Dienste können wir mehr Funktionen (z.B. YouTube-Video-Vorschau) anbieten. Sie können Ihre Zustimmung später jederzeit ändern oder zurückziehen.
Datenschutzeinstellungen
Diese Internetseite verwendet notwendige Cookies, um die ordnungsgemäße Funktion sicherzustellen. Jeder Nutzer entscheidet selbst, welche zusätzlichen Dienste genutzt werden sollen. Die Zustimmung kann jederzeit zurückgezogen werden.
Einstellungen
Nachfolgend lassen sich Dienste anpassen, die auf dieser Website angeboten werden. Jeder Dienst kann nach eigenem Ermessen aktiviert oder deaktiviert werden. Mehr Informationen finden sich in der Datenschutzerklärung.